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Grundschule Am Grünen Kamp Lehrermangel? Schulleiterin Ebers weist Vorwürfe zurück

Von fred | 14.06.2016, 18:24 Uhr

Viele Klassen haben keine Klassenleitung, die Lehrer wechseln ständig und die Leistungen der Schüler sind kaum angemessen zu bewerten, Flüchtlingskinder erhalten nicht die nötige Sprachförderung: Dies hatte Ratsherr Tamer Sert an der Grundschule am Grünen Kamp moniert. Nun wehrt sich die Schulleitung.

Karen Ebers, Schulleiterin der Grundschule Am Grünen Kamp, wehrt sich gegen Aussagen des Ratsherrn Tamer Sert (FDP/Stöver). Dieser hatte in einer Mitteilung eine unzureichende Lehrerversorgung an der Schule ausgemacht. „Die Hälfte der Klassen hat keine Klassenleitung mehr und wichtige Kernfächer werden durch ständig wechselnde Lehrkräfte erteilt, sodass eine angemessene Beurteilung der Leistungen nicht gewährleistet ist“, hatte er unter anderem mitgeteilt.

„Massiver Lehrerausfall“ seit Februar

Aussagen, die Ebers nicht so stehen lassen will. Zur angeblich mangelhaften Lehrerversorgung teilt sie mit: „Die Versorgung ist nicht das Problem, sondern die vielen Vertretungskräfte und abgeordneten Lehrkräfte, die an unserer Schule durch den Ausfall von Stammkollegen mit jeweils nur geringen Stundenzahlen arbeiten.“ Laut Ebers leide die Schule seit Februar unter einem „massiven Lehrerausfall“ durch den Mutterschutz und die Elternzeit. Mit den übrigen, abgeordneten, und vertretenden Lehrkräften sowie pädagogischen Mitarbeitern sei nun ein fester Stundenplan erarbeitet worden. (Weiterlesen: Sponsoring an Schulen – Wie viel Werbung ist okay?)

„Zustehender Fachunterricht wird erteilt“

„Alle Schüler haben den ihnen zustehenden Fachunterricht, der nur von vielen Unterrichtenden erteilt wird“, so Ebers. So werde beispielsweise eine zweite Klasse von vier verschiedenen Lehrkräften in Mathematik unterrichtet. Dies sei eine „fast unzumutbaren Mehrbelastung“ für Planung, Organisation, Vor- und Nachbereitung der Unterrichtsinhalte für das Stammkollegium, doch werde hervorragende Arbeit geleistet.

Gegen die Aufhebung von Schulbezirken

Auch der Behauptung Serts, notwendiger Sprachunterricht durch eine Deutschlernklasse für Flüchtlingskinder werde nicht erteilt, widerspricht Ebers. „Unsere Sprachlernklasse besteht seit dem 1. Februar und diese Klasse hat feste Unterrichtszeiten und eine dauerhafte Klassenleitung.“ Die von Sert geforderte Aufhebung der Schulbezirke, um Flüchtlingskinder gerechter in der Stadt zu verteilen, halte sie für wenig sinnvoll. Diese dienten der Bewältigung des Schulwegs und dem Sozialkontakt außerhalb der Schulzeiten – dies sei gerade für Flüchtlinge eine Hilfe.