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Grundstücke im Stadosten Delmenhorst plant neues Bauland

Von Michael Korn | 16.08.2016, 10:40 Uhr

Die unter extremer Bauland-Knappheit leidende Stadt Delmenhorst plant, neue Grundstücke im Stadtosten auf den Markt zu bringen. Das bereits vor knapp zehn Jahren gestartete Vorhaben soll nun mit einem Votum des Planungsausschusses einen entscheidenden Schritt vorangebracht werden.

Die Stadt Delmenhorst will im Planungsausschuss des Rates am 23. August neues Bauland einen wichtigen Schritt voranbringen: Es geht um mehrere Grundstücke für Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser beidseitig des Bremer Postwegs im östlichen Stadtteil Stickgras (zwischen Syker Straße, Reinersweg und Annenheider Damm). Seit Jahren leidet die Stadt unter erheblicher Knappheit an Bauplätzen für Wohngebäude . Den Planungspolitikern liegt nun der Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplanentwurf vor, so dass Bürger erneut Anregungen zu dem Projekt geben können . Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 17 Uhr im Rathaus.

Planungsbeschluss schon 2006

Die Baulandpläne am Bremer Postweg sind nicht neu: Bereits vor knapp zehn Jahren gaben die Ratsparteien den Startschuss für entsprechende Vorbereitungen. Im November 2015 dann hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Delmenhorst in seiner Sitzung ein städtebauliches Konzept über den Zuschnitt des Baugebiets beschlossen . In einer ersten Beteiligungsrunde von Bürgern, Verbänden und Behörden gab es zahlreiche Einwendungen, die auf Lärmschutz, Verkehrsberuhigung und die Ausnutzung der möglichen Bauflächen abzielte. Fertiggestellt ist auch ein Schallschutzgutachten mit der Folge, dass für die neue Siedlung östlich des Postwegs eine drei Meter hohe Mauer errichtet wird als Abgrenzung zu benachbarten, verkehrsintensiven Gewerbebetrieben. Vorgesehen ist auch ein Spielplatz.

Zahlreiche Einwände

Zahlreiche Stellungnahmen wurden wurden im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung durch die interessierte Öffentlichkeit abgegeben. Das Rathaus fasst die Einwendungen wie folgt zusammen:

- Eigentümer von Grundstücken in den Bereichen „Im Eichengrund“, „Bremer Postweg“ und „Annenheider Damm“ regten an, dass für den „Bremer Postweg“ verkehrsberuhigende Maß­nahmen vorgesehen werden und Durchgangsverkehr unterbunden wird.

- Ein Eigentümer von Grundstücken im Bereich „Bremer Postweg“ sowie ein im Auftrag des Eigentümers handelnder Bauträger regten an, im Bereich westlich des Bremer Postwegs in Gebäuden mit einem Vollgeschoss bis zu vier Wohnungen zuzulassen.

- Ein Eigentümer im Bereich „Annenheider Damm“ regte an, die Grundstücksgrenzen flexibel nach den Bedürfnissen festzulegen . Außerdem wurde eine ausreichende Begrünung zwischen den Wohnhäusern und den Gewerbebetrieben angeregt.

- Ein Eigentümer im Bereich „Annenheider Damm“ sowie ein im Auftrag des Eigentümers handelnder Rechtsanwalt kritisierten, dass die neue Bebauung zu nah an die bisherige Wohnbebauung heranrückt. Der Charakter des Grundstückes würde sich dadurch nach­haltig verändern. Die Planung würde die Wohnqualität erheblich beeinträchtigen und sich negativ auf den Wert des Grundstückes auswirken. Außerdem wurde kritisiert, dass eine Ungleichbe­handlung stattfindet, da das betreffende Grundstück im nördlichen Planbereich das Einzige sei, auf dem künftig zwei neue Baugrundstücke mit jeweils einem Einfamilien­haus entstehen sollen.

- Ein Eigentümer im Bereich „Annenheider Damm“ regte an, im bereits bebauten Bereich am „Annenheider Damm“ eine Bebauung in zweiter Reihe zu ermöglichen und daher auch dort eine überbaubare Grundstücksfläche festzusetzen.

- Ein Eigentümer im Bereich „Annenheider Damm“ regte an, den Verlauf der geplanten öffentlichen Straßenverkehrsfläche „Bremer Postweg“ zu ändern und diese in östliche Richtung zu verschieben. Der Eigentümer kritisierte, dass die vorgesehene öffentliche Verkehrsfläche einen Teil seines privaten Grundstückes beansprucht.

Polizei und Ochtumverband

Stellungnahmen wurden auch durch die beteiligten Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange abgegeben:

- Der Ochtumverband regte an, einen Gewässerrandstreifen von 5 m Breite sowie Bebau­ungs- und Bepflanzungsverbote im Uferbereich festzusetzen.

- Die Polizeiinspektion regte Maßnahmen an, um unerwünschte Durchgangsverkehre und konfliktträchtige Verkehrssituationen zu unterbinden. Außerdem sollten ausreichend Ange­bote für den ruhenden Verkehr vorgesehen werden. Darüber hinaus regte die Polizeiinspektion regt an, Regelungen zur Verkehrsführung der Gewerbebetriebe – die über eine Zuwegung vom Bremer Postweg verfügen – zu treffen.

Nach der frühzeitigen Beteiligung in Anlehnung an § 3 Abs. 1 BauGB und § 4 Abs. 1 BauGB wurde der Bebauungsplan-Entwurf – als Reaktion auf die eingegangenen Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit und seitens der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange – überarbeitet. Beispielsweise wurden die neu geplanten Verkehrsflächen angepasst und der Bremer Postweg als verkehrsberuhigter Bereich dargestellt.