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Grundwasser-Verzicht am Winterweg Mineralöl aus Delmenhorster Tanklager belastet Boden

Von Sonia Voigt | 05.12.2016, 16:46 Uhr

Schon seit 2000 nutzt die Bahn ihr Betriebsgelände östlich des Winterwegs nicht mehr, doch das Erdreich bleibt erheblich verunreinigt. Deshalb rät die Verwaltung Anliegern des Winterwegs nun zur Vorsicht mit dem Grundwasser.

Weil erhebliche Verunreinigungen im Boden gefunden worden sind, rät die Stadtverwaltung Anliegern des Winterwegs dazu, das dortige Grundwasser in keiner Form zu nutzen. Die Mineralöle und leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffe stammen vom früheren Bahnbetriebsgelände östlich des Winterwegs. Dort betrieb die Deutsche Bahn AG ab 1914 ein Ausbesserungswerk und ab 1962 ein Tanklager, seit 2000 ist das Gelände ungenutzt. Erst jetzt legte die Bahn eine endgültige Gefährdungsabschätzung vor, erläutert die Verwaltung in einer Vorlage für den Umweltausschuss am Dienstag. Diese ergebe auch „aufgrund der derzeitigen (Nicht-)Nutzung keinen unmittelbaren Sanierungsbedarf“, doch das Grundwasser müsse mindestens drei Jahre lang weiter überwacht werden.

Umstrukturierung bei Bahn verzögert detaillierte Untersuchung

Bereits die ersten umfangreichen Boden-und Wasseruntersuchungen, die das Sanierungsmanagement der Bahn 1999 in Auftrag gab, zeigten die erhebliche Bodenverschmutzung, aber keinen sofortigen Handlungsbedarf, teilt die Stadtverwaltung mit. Das Tanklager wurde zwischen 2002 und 2007 beseitigt, aber weitere Detailuntersuchungen hätten sich „aufgrund der Umstrukturierungen der Deutschen Bahn“ bis 2010 und 2014 verzögert. Erst am 9. November 2016 teilte die Bahn dem für Umwelt und Gewässerschutz zuständigen Fachdienst im Rathaus nun die endgültige Gefährdungsabschätzung mit. Daraufhin informierte dieser die Anlieger im Bereich Winterweg Mitte November und riet zum Grundwasser-Verzicht.