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Grundwasserförderung in der Graft Arbeiten an Delmenhorster Graftbrunnen im Zeitplan

Von Frederik Grabbe | 01.09.2016, 11:20 Uhr

Die Arbeiten an den Graftbrunnen schreiten voran. Nach einer gescheiterten Sanierung werden drei davon bis kommendes Frühjahr neu gebaut werden. Stadtwerkeprokurist Dieter Meyer berichtete bei einem Ortstermin über die Arbeiten.

Er ist zwei Meter lang und 80 Zentimeter breit: Derzeit bohrt sich ein Bohrkopf in den Boden der Graft. Zu Tage befördert er jede Menge Wasser und Sand. Zerreibt man ihn mit den Fingern, könnte man meinen, dass dieser von der Küste stamme. Das Bohrloch wird später mit einem Rohr bestückt Bestandteil des neuen Brunnen Nr. 5 sein. Drei Brunnen werden in der Graft neu entstehen, aktuell zwei sind schon zurückgebaut worden. Die Bohrungen für die Brunnen Nr. 1 und 2 beginnen kommende Woche.

Arbeiten bis Oktober, dritter Brunnen folgt im Frühjahr

„Wir liegen voll im Zeitplan“, gibt der Prokurist der Stadtwerkegruppe eine Wasserstandsmeldung zu den Arbeiten am Mittwoch zu den Arbeiten an. Wenn alles glattgeht, werden die Arbeiten an zwei Brunnen im Oktober beendet sein, ein dritter soll im Frühjahr errichtet werden . Spazierwege in dem Bereich sind während der Arbeiten großflächig abgesperrt. Bei den aktuellen Arbeiten sei es zunächst darum gegangen, Bohrkerne in Siebanalysen zu prüfen. Die Ingenieure wollten wissen, mit welchem Unterboden sie es zu tun haben. Dementsprechend werde das Ausbaumaterial des Brunnens ausgewählt, sagt Meyer.

Pumpleistung soll sich verdoppeln

Von einer „Überraschung“ kann Meyer jetzt schon berichten: Wurden die Bohrungen für die alten Brunnen, bei den zu ersetzenden Pumpwerken handelt es sich um Technik aus den 70er und 80er Jahren, 40 Meter tief in den Grund getrieben, sind es beim Brunnen Nr. 5 „nur“ 20 Meter. Das liegt an den Bodenverhältnissen und an der heutigen Technik: Erst einmal im Boden, vermag das Brunnenrohr über Filterschlitze Wasser aus den Fließschichten aufzunehmen und abzupumpen, so Meyer. Zwischen 100 und 130 Kubikmeter Wasser pro Stunde sollen so nach Fertigstellung fließen, die aktuelle Pumpleistung wäre dann verdoppelt.

Sanierungskosten von 600.000 Euro

Die Arbeiten an den Graftbrunnen begannen Anfang August. Ein Versuch, die Brunnen zuvor für 75.000 Euro zu sanieren , war gescheitert, sodass die Stadtwerke für die drei neuen Brunnen insgesamt 600.000 Euro aufwenden müssen. Das abgepumpte Wasser fließt übrigens über den Hützelberggraben in die Delme und von dort aus in die Ochtum, in die Weser und in die Nordsee – jedenfalls bis in Delmenhorst die Voraussetzungen für eine neuerliche Trinkwasserförderung eingestielt sind.