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Gutes Ergebnis für Delmenhorsterin Susanne Mittag auf Landeslistenplatz 2 für Bundestag

Von Marco Julius | 31.03.2017, 23:01 Uhr

Die hiesige SPD-Bundestagabgeordnete geht auf Platz 2 der SPD-Landesliste in den Bundestagswahlkamp. Beim kleinen Bezirksparteitag stimmte Generalsekretärin Katarina Barley die Genossen auf die kommenden Wochen ein.

Katarina Barley, 48, SPD-Generalsekretärin, Chefin des Willy-Brandt-Hauses und verantwortlich für den Bundeswahlkampf der Sozialdemokraten, war bereits auf dem Weg zum nächsten Termin Richtung Hamburg, als die hiesige Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag fast mit einem Martin-Schulz-Ergebnis den Spitzenplatz auf der Bezirksliste behauptete und auf den Landeslistenplatz 2 für die Bundestagswahl 2017 gehievt wurde. 66 von 67 Stimmberechtigten votierten am Freitagabend in der rot beleuchteten Markthalle für Mittag, die damit sicher in den nächsten Bundestag einziehen wird.

Martin-Schulz-Effekt

Mit Rückenwind kann sie in den Wahlkampf ziehen. Zuvor hatte Barley als Hauptrednerin des kleinen Parteitags des SPD-Bezirks Weser-Ems ebenfalls oft von Rückenwind gesprochen. Mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Schulz sei eine geradezu euphorische Aufbruchstimmung innerhalb der Partei entstanden, die es jetzt in Wahlerfolge umzusetzen gelte.

15000 neue SPD-Mitglieder bundesweit allein in diesem Jahr, 40 Prozent davon unter 35 Jahre alt: „Das wird unsere Partei verändern, darauf freue ich mich. Der Mehltau wird endlich weggeblasen“, sagte Barley, die auch gegen die CDU/CSU, aktuell Partner in der Großen Koalition, austeilte. „Der Union ist der einzelne Mensch unwichtig, ihr geht es nur um Wahlerfolge“, betonte sie. Etwa bei der Frauenpolitik, da fehle der CDU jeglicher Mut, obwohl eine Frau Kanzlerin ist. „Es braucht erst einen Mann an der Spitze der SPD, damit eine vernünftige Frauenpolitik in diesem Land gemacht werden kann.“

„Was Schulz hat, kann man nicht lernen“

Mit Martin Schulz werde „Wärme, Empathie und Mitgefühl“ ins Kanzleramt einziehen. Schulz besteche mit seiner Biografie, die Brüche aufweise, und als charismatische Person. „Was er hat, kann man nicht lernen“, sagte Barley.

Der Basis gab sie zwei Aufgaben für den Wahlkampf an die Hand. Sie solle weiter verstärkt um neue Mitglieder werben. Und, noch wichtiger, sie solle im Wahlkampf den persönlichen Kontakt zum Wähler suchen. „Stände sind sicher toll, aber da erreicht Ihr nur die, die sowieso mit Euch reden wollen. Klopft und klingelt an den Türen, sucht aktiv das Gespräch“, rief sie den Genossen zu.

Johanne Moder, Bezirksvorsitzende, betonte: „Der Bezirk Weser-Ems geht motiviert in diesen Wahlkampf.“ Ein Ziel bei den kommenden Wahlen müsse sein, die AfD aus den Parlamenten herauszuhalten. Es sei Zeit für Gerechtigkeit und Zeit für Schulz.

Im Gespräch mit Neumitgliedern

Im Vorfeld des kleinen Parteitages hatten sich Barley und Mittag Zeit genommen für eine Gesprächsrunde mit jungen Neumitgliedern der SPD. Allein 50 neue Mitglieder zählt die SPD im hiesigen Wahlkreis. Barley gab in der lockeren freimütig Auskunft über ihren Weg in die Sozialdemokratie, über die Arbeit als Generalsekretärin, „einer der härtesten Jobs, den man in der Partei übernehmen kann“, ihr Verhältnis zur AfD und ihre Zuneigung zur „SPD als Volkspartei“.