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Händler in Delmenhorst und Ganderkesee VW-Skandal: Autohäuser vor Ort wappnen sich

Von Marco Julius | 06.10.2015, 18:48 Uhr

Der VW-Konzern verspricht lückenlose Aufklärung und eine technische Lösung für betroffene Kunden. Vor Ort setzen Autohäuser auf die Treue der Kunden und die Stärke der Marke VW.

In dem Skandal um manipulierte Abgasuntersuchungen, der weltweit Schlagzeilen produziert und der den VW-Konzern schwer getroffen hat, müssen sich auch die hiesigen Autohäuser positionieren. Dort ist man zwar für die Manipulation nicht verantwortlich, die Folgen bekommt man aber dennoch zu spüren. Allein in Deutschland sollen 2,8 Millionen Autos unterwegs sein, die von der manipulierten Software betroffen sind.

Im Verhältnis wenige Anfragen

„Sicher gibt es Verunsicherungen unter den Kunden“, sagte Elmar Vüllings, im Delmenhorster Autohaus WAKO an der Seestraße verantwortlich für Marketing und den Verkauf von Neuwagen. Allerdings kämen nicht so viele Anfragen, wie von außen vielleicht vermutet werde. „Im Verhältnis ist es wenig, was hier aktuell passiert“, sagte er. Überhaupt sei die Marke VW weiterhin gefragt, erst in dieser Woche habe man einen Golf Variant verkauft, Diesel wohlgemerkt. Auch ein Kunde, der angesichts des Skandals sein bestelltes Auto nicht mehr wollte, habe am Ende doch gekauft.

Vertrauen zurückgewinnen und stärken

Vüllings setzt auf die Treue der VW-Fans. Das unterstreicht das Autohaus WAKO aktuell auch mit der Kampagne „Mein Herz schlägt für VW“, die bestehendes Vertrauen stärken und verlorenes zurückgewinnen soll. „Wir sind uns sicher, dass VW aus der Abgasgeschichte deutlich gestärkt, mit noch besseren, weiterhin erstklassigen und zukunftsweisenden Produkten hervorgehen wird“, sagte Vüllings. Intern arbeite man zudem intensiv an „besonderen Lösungen“, für den Fall, dass bald zeitgleich viele Fahrzeuge in die Werkstatt müssen.

Betroffene werden von VW angeschrieben

Auch Michael Baum, Geschäftsführer vom Autohaus Hoppe in Ganderkesee, setzt auf die Kunden. „Wir hoffen natürlich darauf, dass die Kunden VW die Treue halten. VW baut weiterhin zuverlässige Fahrzeuge.“ Auch im Autohaus Hoppe sind bereits VW-Fahrer vorstellig geworden. „Wir geben auch gerne Auskunft“, sagte Baum, der aber zugleich darauf verweist, dass alle betroffenen Kunden direkt von VW angeschrieben werden. „Auf einen möglichen Ansturm in den Werkstätten werden wir vorbereitet sein“, sagte Baum. „Wichtig ist, dass noch einmal betont wird, dass bei der Manipulation keine sicherheitsrelevanten Teile betroffen sind“, sagte Baum.

Teilweise reicht Eingriff in Software

Der VW-Konzern werde nun, das hat der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller am Dienstag in Wolfsburg mitgeteilt, zuständigen Behörden – allen voran dem Kraftfahrtbundesamt – kurzfristig die technischen Lösungen vorstellen und um deren Genehmigung bitten. „Teilweise wird dabei die Überarbeitung der Software ausreichen. Bei einem Teil der Fahrzeuge werden dagegen auch zusätzliche Eingriffe an der Hardware notwendig sein. Wir werden unsere Kunden fortlaufend über die Maßnahmen informieren und entsprechende Werkstatttermine vereinbaren“, so Müller.

Übrigens: Wer wissen will, ob sein eigenes Auto von der Manipulation betroffen ist, kann sich im Internet schnell vergewissern. VW und Audi haben jeweils eine Seite eingerichtet. Dort kann die Fahrgestellnummer, die in der Zulassung des Autos vermerkt ist, eingetippt werden. Einen Mausklick später ist die gewünschte Information da.