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Häuslebauer müssen sich gedulden Delmenhorst schmettert private Baulandwünsche ab

Von Michael Korn | 12.04.2016, 21:17 Uhr

Die Stadt Delmenhorst will mehrere Anträge von Grundstückseigentümern ablehnen, die auf Bauland hoffen. Hauptargument des Rathauses: Bauen im Außenbereich sei nicht sinnvoll. Die Planungspolitiker des Stadtrates beraten darüber am Dienstag, 19. April.

Trotz der anhaltenden Knappheit an Grundstücken für Eigenheime will die Stadt Delmenhorst Baulandanträge von privaten Eigentümern ablehnen. Hauptargumente des Rathauses sind eine Zersiedelung des Außenbereichs sowie eine Störung von Natur und Landschaft. Dem Planungsausschuss des Stadtrates liegen am Dienstag, 19. April 2016, drei Anträge zur Entscheidung vor, die die Bereiche Hasbergen, Piekmoor/Stickgras sowie Dwoberg betreffen.

Größtes Gebiet in Neuendeel

Die größte beantragte Fläche für ein Neubaugebiet befindet sich mit einer Größe von mehr als 11000 Quadratmetern in Hasbergen/Neuendeel östlich der Stedinger Landstraße. Über 5000 Quadratmeter groß ist ein Stück Land einer Erbengemeinschaft nördlich des Planungsgebiets „Piekmoor“ zwischen Kieler Weg und Feldstraße. Und südlich der Straße „Am Dwoberg“ möchte ein Eigentümer auf knapp 3300 Quadratmeter Häuser bauen. In allen drei Fällen rät die Verwaltung der Politik jedoch, die Wünsche der Bürger abzulehnen. Bebauungspläne sollen danach eine „nachhaltige städtebauliche Entwicklung, die die sozialen, wirtschaftlichen und umweltschützenden Anforderungen miteinander in Einklang bringt“, und eine „dem Wohl der Allgemeinheit dienende sozialgerechte Bodennutzung gewährleisten“, heißt es dazu in der Vorlage. Die Baulandpolitik der Stadt Delmenhorst setze daher schon seit vielen Jahren auf die Innenentwicklung und die Nachverdichtung bestehender Bereiche, um die Zersiedelung zu verhindern.

Wiederholt Bürger-Anträge

Wünsche für eine Bebauung verschiedenster derartiger Flächen im Außenbereich werden nach Angaben der Verwaltung in Form von Anträgen wiederholt an die Stadt herangetragen. Sofern die vorliegenden Anträge beschlossen werden würden, müsste im Rahmen der Gleichbehandlung zahlreichen weiteren Anträgen in vergleichbaren Lagen stattgegeben werden. Daraus würde eine Zunahme der Zersiedelung im Außenbereich und die Verfestigung oder Erweiterung von Splittersiedlungen folgen. Die Verwaltung empfiehlt, ausschließlich Anträge auf Bebauungspläne zu beschließen, die sich auf Flächen beziehen, an denen die städtische Infrastruktur bereits vorhanden ist und eine gute Versorgungslage besteht. Solche Bebauungspläne, die sich derzeit in Bearbeitung befinden, seien „Westlich Hasberger Feld“, „Bremer Postweg“, „Graf-von-Galen-Straße“, „Westlich Langenwischstraße“ und „Südlich Am Kleinen Meer“. Darüber hinaus befürwortet die Verwaltung die Aufstellung des Bebauungs­planes „Am Heidkamp“.