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Handel mit Marihuana Delmenhorster muss für drei Jahre ins Gefängnis

Von Ole Rosenbohm | 05.08.2017, 12:17 Uhr

Weil er illegal mit Marihuana handelte, muss ein Delmenhorster für Jahre ins Gefängnis. Die Strafe hat sich verschärft, weil während einer laufenden Bewährung gegen Recht und Gesetz verstieß. Die Berufungsverhandlung am Freitag half dem Angeklagten nicht.

Ein Jahr und zehn Monate Haft ohne Bewährung wegen Handels mit Cannabis – dieses Urteil durch das hiesige Amtsgericht wollte ein 42-jähriger Delmenhorster unbedingt verhindern und zog in die Berufung vor das Landgericht Oldenburg. Dort sah er gute Karten für sich: Seit zweieinhalb Jahren hatte er sich nichts zuschulden kommen lassen, für eine gute Sozialprognose konnte er einen neuen Job vorweisen. Indes: Die Richterin spielte am Freitag nicht mit und verwarf die Berufung. Weil wohl mit dem nun rechtskräftig werdenden Urteil auch eine frühere Bewährung widerrufen wird, summiert sich seine Strafe auf vermutlich dreieinhalb Jahre.

Große Mengen Marihuana vorgefunden

Die Tat des heute 42-Jährigen liegt schon eine Weile zurück: Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei bei ihm im Januar 2015 rund 170 Gramm höherpotentes Marihuana gefunden. Zudem wurden ihm diverse Verkäufe nachgewiesen: fünfmal 25 Gramm, einmal hundert – gewerbsmäßiger Handel mit verbotenen Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.

In erster Linie finanzierteer sich den eigenen Konsum

Große Sprünge konnte der seit Jahren arbeitslose Mann mit der Einnahmequelle allerdings nicht machen, in erster Linie seinen eigenen, hohen Konsum von über zwei Gramm täglich finanzieren. Er rauchte auch, um eine schwere Hautkrankheit erträglich zu machen. Der Wirkstoff THC habe sich schmerzlindernd ausgewirkt, auch habe er damit seine Schlafstörungen besser in den Griff bekommen, sagte der Angeklagte aus. Seit einem Jahr wird der Mann intensiv an der Haut behandelt, wochenlang war er im Krankenhaus.

Heute will er nicht mehr rauchen. Als Medizin nehme er stattdessen Cannabinoltropfen aus der Apotheke – aus Marihuana gewonnen aber THC-frei. Ohne THC sei er nicht mehr so antriebslos. Er wolle seinen Führerschein machen, die MPU überstehen, im Job vorankommen.

Im offenen Vollzug kann der Mann seinen Job behalten

„Gute Absichten“, befand Richterin Uta von Stietencron, aber „diese Absichten sind noch ganz am Anfang“. Weil der Mann einschlägig vorbestraft sei und innerhalb einer laufenden Bewährung unerlaubten Handel betrieb, habe sie aktuell „keine hinreichend sichere Erwartung, dass Sie keinen Unsinn mehr machen“.

Sein Ziel müsse jetzt der offene Vollzug sein. Damit könnte er dann auch seinen Job behalten.