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Handwerksazubis zeigen ihr Talent Hobelspäne im Haar und kunstvolle Gesellenstücke

Von Dirk Hamm | 05.07.2015, 22:34 Uhr

Besucher in der Markthalle konnten am Sonntag 15 Tischler-Gesellenstücke bestaunen. Auch aus dem Friseurhandwerk war bei „Holz & Haar“ Kreatives zu besichtigen.

Selbst raucht er keine Zigarren und trinkt keinen Wein – doch für sein Gesellenstück als Tischler hat Steffen Pitzschler eine Vitrine entworfen, die einen Humidor mit einem Weinschrank verbindet, gefertigt aus Santos-Palisander und spanischem Zedernholz. Wie 14 weitere Auszubildende im Tischlerhandwerk in Delmenhorst und Oldenburg-Land präsentierte der 19-Jährige sein Prüfungsstück am Sonntag den ganzen Tag über in der Markthalle. Die Tischler- und die Friseur-Innung hatten wieder gemeinsam zur Aktion „Holz & Haar“ eingeladen.

Geringerer Zuspruch als im Vorjahr

Ein gemischtes Fazit hinsichtlich der Resonanz zogen am Nachmittag die beiden Innungs-Obermeister. Angesichts des Wetters, das nicht unbedingt in einen geschlossenen Raum locke, sei die Resonanz gut gewesen, fand Carsten Wichmann, Obermeister der Tischler-Innung Delmenhorst/Oldenburg-Land. Im vergangenen Jahr sei der Zuspruch größer gewesen, als „Holz & Haar“ erstmals in der Markthalle präsentiert wurde, erinnerte sein Kollege von der Friseur-Innung, Manfred Seidl.

Hobelspäne im Haar

Die gerade frisch ausgelernten Auszubildenden im Friseurhandwerk stellten mit ihren modischen Kreationen, in die vielfach Hobelspäne eingeflochten wurden, ihr erworbenes Können unter Beweis. Sie haben ihre Prüfungen bereits bestanden. Anders ihre Tischler-Kollegen: Sie müssen an diesem Samstag noch die praktische Prüfung bestehen.

100 Arbeitsstunden

Die Gesellenstücke, die in der Markthalle ausgestellt wurden, waren bereits am Vortag zensiert worden. Vorgabe, so erläuterte Steffen Pitzschler, sei lediglich gewesen, dass die Möbelstücke einen Schubkasten besitzen und mit klassischen Beschlägen versehen sind. Ansonsten sei den Auszubildenden breiter Freiraum für die Entwürfe eingeräumt worden, die dann innerhalb von 100 Arbeitsstunden handwerklich umzusetzen waren. Die Mehrzahl entschied sich für Schreibtische und Sideboards.