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Hans Scheibner im Kleinen Haus Kult-Satiriker gibt Abschiedsvorstellung in Delmenhorst

Von Jasmin Johannsen | 03.12.2018, 21:38 Uhr

Seit über 25 Jahren gastiert Hans Scheibner mit seinem Weihnachtsprogramm „Wer nimmt Oma?“ auf deutschen Bühnen. Am Sonntag gab der 82-Jährige seine Abschiedsvorstellung im Kleinen Haus.

„Deutsche Weihnacht kann so gemütlich sein“, findet Hans Scheibner. Wären da nur nicht die ungeliebten Verwandten. Seit über 25 Jahren stellt der Kult-Satiriker deshalb in der Vorweihnachtszeit die Frage: „Wer nimmt Oma?“

Mit dem gleichnamigen Programm gastierte Scheibner am Sonntagabend vor rund 300 Zuschauern im Kleinen Haus. Spitzzüngige Satire, launige Sketche und berührende Lieder bestimmten die Abschiedsvorstellung des 82-Jährigen.

Seinen Dickdarm gönnt er nicht jedem

„An Weihnachten wollen viele Deutsche ja spenden. Wie wäre es da mal mit einem Organ?“ Gewohnt bissig eröffnete Scheibner seinen Auftritt. Klar, er selbst würde seinen Körperteilen nach dem Ableben auch liebend gerne einen neuen Sinn geben. „Ich habe nur ein Problem: Ich will vorher wissen, wer meine Organe bekommt.“ Denn nicht jedem würde er sie vermachen: „Alice Weidel und ihren braunen Freunden von Pegida gönne ich noch nicht einmal meinen Dickdarm!“ Überhaupt fand Scheibner drastische Worte, als es um AfD, CDU oder seinen internationalen „Freund“ Donald Trump und deren vermeintlich „christliche Werte“ ging. „Waren Maria und Josef etwa nicht auch Flüchtlinge?“

Wunschzettel der Prominenz verlesen

Deutlich weihnachtlicher – wenngleich nicht besinnlicher – ging es zu, sobald Scheibner als Nikolaus kostümiert mit seinem Engel (Tochter Raffaela Scheibner) auf die Bühne schritt und die überraschend selbstironischen „Wunschzettel“ Prominenter wie Franz Beckenbauer und Friedrich Merz vorlas. Oder das Publikum mit seinem Freund Walter zum Weihnachtskaffee in die Hundegruppe schickte und Oma Reimer vorstellte, die aus Angst vor einem brennenden Tannenbaum ihr Reservegebiss vorsorglich eingepackt hat.

Ehepaar Scheibner in Höchstform

Besonders amüsieren konnten sich die Zuschauer über das Hamburger Rentner-Ehepaar „Hermann und Hermine“, die Scheibner zusammen mit seiner Frau Petra Verena Milchert darstellte. Ob Mülltrennung oder Vergesslichkeit im Alter: Bei diesen beiden stimmte sichtlich die Chemie, als sie die absurdesten Sketche aufführten.

Eine rundum gelungene Abschiedsvorstellung, für die sich das Publikum mit reichlich Applaus revanchierte.