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Hartz IV von Drogerie in Delmenhorst Jobcenter und Agentur für Arbeit schaffen Bargeld ab

Von Bettina Dogs-Prößler | 14.01.2019, 17:33 Uhr

Hartz-IV-Empfänger, die außer der Reihe Geld brauchen, müssen künftig auch in Delmenhorst mehr Wege in Kauf nehmen: Bargeld vom Amt gibt es nicht mehr. Ausgezahlt wird jetzt an den Kassen von Rossmann und Co.

Hartz IV gibt es künftig im Drogeriemarkt. Nachdem die Bundesagentur für Arbeit 2018 in einem bundesweiten Probelauf die Auszahlung von Vorschüssen an der Kasse von Rossmann, Rewe, dm und Co. getestet hatte, wird das neue Bezahlsystem jetzt flächendeckend eingeführt. Seit Mittwoch heißt es auch in Delmenhorst: Bargeld vom Jobcenter gibt es nur noch beim Einzelhandel.

Bisher hohe Kosten pro Auszahlung

Hintergrund der Umstellung sind laut Frank Münkewarf, Geschäftsführer des Jobcenters Delmenhorst, die hohen Unterhaltskosten für die Bargeldautomaten. Bisher konnten sich Hartz-IV-Empfänger oder Empfänger von Arbeitslosengeld an den Kassenautomaten der Jobcenter und Arbeitsagenturen Geld auszahlen lassen. „Aufgrund der hohen Kosten, die pro Auszahlung anfielen, wurde dieses System jetzt allerdings bundesweit abgeschafft“, so Münkewarf.

Barcode an der Kasse vorlegen

Für Hartz-IV-Empfänger heißt das: Bargeld vom Amt gibt es nur noch an der Kasse bestimmter Drogerie- und Supermärkte. Wer künftig vor Ablauf des Monats oder in Ausnahmesituationen Bargeld braucht, erhält vom Mitarbeiter des Jobcenters einen Zettel mit einem Barcode, den er dann an der Kasse einer der beteiligten Filialen vorlegen muss.

Laut Jobcenter keine Kunden-Kritik bekannt

Auszahlungsberechtigt sind die Märkte von real, dm, Penny, Rossmann, Rewe, Budni und mobilcom.debitel. „Anhand des Zettels ist nicht zu erkennen, dass das Geld vom Jobcenter kommt“, schildert Frank Münkewarf. Lediglich die verbuchte Summe sowie der Strichcode sind auf dem Papier zu erkennen, außerdem die drei nächstgelegenen Partnerfilialen aufgelistet. „In der Testphase lief das neue System reibungslos, mir ist nicht bekannt, dass es seitens der Kunden Kritik gegeben hat.“

Barauszahlungen nur in Notfällen

Generell kommt das Geld vom Amt am Ersten eines Monats aufs Konto. „Nur in Notsituationen zahlen wir auch bar aus.“ Im Schnitt verbuche das Delmenhorster Jobcenter pro Jahr 1200 solche Ausnahmeauszahlungen. „Ein minimaler Anteil, gemessen an unseren 10.500 Leistungsempfängern“, so Münkewarf. Wer den Barcode verliert, kann die Auszahlung umgehend stornieren lassen. „Ist der Betrag aber schon irgendwo abgeholt worden, ist das Geld weg“, schildert der Jobcenter-Geschäftsführer. „Genau so, als hätte man normales Bargeld verloren.“