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Hasporter Damm in Delmenhorst „Wildparker“ am Medicum für Stadt kein Problem

Von Frederik Grabbe | 27.10.2015, 14:01 Uhr

Zu Stoßzeiten ist er ein Nadelöhr, an dem sich Autos eng aneinander quetschen: der Bereich am Hasporter Damm 166. Vor dem Ärztehaus „Medicum Hasport“ ist der Verkehr morgens und abends sehr dicht – vor allem wegen jener Autofahrer, die am Straßenrand parken. Für Polizei und dort untergebrachte Firmen ist die Parkplatzsituation vor Ort kein Problem. Bürger jedoch ärgert die Bequemlichkeit der „Wildparker“.

An einem Montagmorgen vor dem Medicum, in dem Ärzte, ein Physiotherapeut, ein Anwaltsbüro, eine Apotheke und ein Bäcker untergebracht sind, stellt sich die Situation folgendermaßen dar: Vor dem Gebäude stehen drei Autos auf dem rechten Fahrstreifen des Hasporter Damms, eines ist ein Lieferwagen. Damit der Verkehr in stadtauswärtiger Richtung abfließen kann, fahren die Autofahrer auf die Linksabbiegerspur des Gegenverkehrs, was aber keinen Verstoß darstellt. Ein Mann im Auto scheint auf seine Frau zu warten, die kurz eine Besorgung tätigt, ein Paar kehrt mit Kaffee und Kuchen in den Händen aus der Bäckerei zum Wagen am Straßenrand zurück. Auf dem Parkplatz des Medicums selbst stehen 50 Parkplätze zur Verfügung. Eine Handvoll jedoch bleibt immer unbesetzt. Gerade wenn Lieferwagen dort halten, ist für Medicum-Besucher, die vom Parkplatz herunterfahren wollen, die Einsicht in den Verkehr blockiert.

Parken an der Straße trotz freier Parkplätze

Ist diese Situation ein Problem? Seitens der Leserschaft wurde das dk mehrmals auf diesen Sachverhalt hingewiesen. „Wenn die Auslieferungsfahrer dort kurz halten, ist das okay. Aber Autofahrer, die dort aus Bequemlichkeit auf der Straße stehen, behindern nur den Verkehrsfluss“, schreibt ein Leser bei einer Diskussion auf der Facebookseite des dk. Seine Meinung zur „Bequemlichkeit“ steht stellvertretend für viele andere Leser. Auch in Bezug auf die Ampel an der Kreuzung zum Niedersachsendamm, die in den Stoßzeiten den Verkehr aufstauen lässt, äußerte sich jemand: Bei dichtem Verkehr sei von dem Parkplatz kaum herunterzukommen, wenn einem ein anderer Autofahrer nicht den Vortritt. Andere Leser wiederum halten die Straße für breit genug und prangern gefährlichere Stellen in Delmenhorst an.

Verkehrskommission der Stadt will Bereich prüfen

Gefährlich, so viel steht fest, ist der Bereich vor dem Hasporter Damm 166 nicht. Seitens des Fachdienstes Verkehr heißt es, dass bisher lediglich vereinzelte Beschwerden von Bewohnern aus den Nebenstraßen eingetroffen und nur zwei Verkehrsverstöße festgestellt worden seien. Einer davon bereits vor einem halben Jahr. Die Polizei teilt mit, der Bereich vor dem Medicum sei keine neuralgische Stelle, auf die die Verkehrsüberwachung sonderlich achte. Allerdings, so heißt es aus dem Rathaus, wolle die Verkehrssicherheitskommission der Stadt (bestehend aus Fachdienstvertretern, Polizei und Verkehrswachst) prüfen, ob ein absolutes Halteverbot eingerichtet werden soll.

Angestellte des Medicums halten Parkplätze frei

Auch wenn die Zahl der Verstöße gering ist und größere Beschwerden bisher ausgeblieben sind: „Die Bewohnergemeinschaft des Medicums hat ihre Angestellten jetzt gebeten, morgens in den umliegenden Straßen zu parken, um Platz für Kundschaft und Patienten zu schaffen“, teilte der Arzt Drs. Thomas Lewe aus der dortigen Gemeinschaftspraxis mit. Lewe und sein Praxispartner Dr. Sören Arens hatten als Investoren das Haus erst im Sommer eröffnet . Zudem spiele man mit dem Gedanken, eine Brachfläche hinter dem Medicum zu kaufen und dort weitere Parkplätze zu schaffen. Man wolle aber noch die Verkehrslage in den kommenden Monaten abwarten, ehe ein Entschluss gefasst werde.