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Hausverwaltung entlastet Polizei: Kein Betrug im Delmenhorster Wollepark

Von Michael Korn | 05.07.2017, 15:10 Uhr

Ein Betrugsverdacht gegen die Hausverwaltung des Delmenhorster Wolleparks wegen fehlender Gas- und Wasserzahlungen hat sich nicht bestätigt. Das teilte die Polizei Delmenhorst am Mittwoch, 5. Juli 2017, mit.

Die polizeilichen Ermittlungen wegen des Betrugsverdachts im Zusammenhang mit ausbleibenden Gas- und Wasserzahlungen haben die schwer in der Kritik stehende Hausverwaltung des Delmenhorster Wolleparks entlastet. Das geht aus einer Mitteilung der Polizei Delmenhorst von Mittwoch, 5. Juli 2017, hervor. Nachdem es in den vergangenen Monaten Hinweise auf mögliche Betrugsfälle im Zusammenhang mit ausgebliebenen Nebenkostenzahlungen im Bereich des Wolleparks gab und auch eine entsprechende Strafanzeige der Stadtwerke Delmenhorst erstattet worden war, hatte die Polizei Delmenhorst eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und intensive Ermittlungen aufgenommen.

Polizei: Kosten nicht für alle Wohnungen bezahlt

Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden laut der Mitteilung unter anderem sämtliche Zahlungsflüsse für jede Wohneinheit im Wollepark 11 und Nr. 12 beleuchtet. Hierbei habe sich ein Betrugsverdacht gegen die Hausverwaltung nicht bestätigt. Weiter heißt es : „Es wurde vielmehr festgestellt, dass nicht für alle Wohnungen der Wohnungseigentümergemeinschaft die Kosten regelmäßig bezahlt werden, woraus erhebliche zivilrechtliche Forderungen resultieren. Eine strafrechtliche Relevanz ergab sich hieraus nicht. Auch der Vorwurf, dass die Hausverwaltung Sozialleistung des Jobcenters nicht weitergeleitet hat, konnte nicht bestätigt werden. Das Ergebnis der Ermittlungen wird nun zur weiteren Prüfung an die Staatsanwaltschaft übergeben.“

Eigentümer in der Pflicht, nicht Mieter

Auf dk-Nachfrage erklärte Polizeisprecherin Désirée Krikkis, dass in der Frage der Zahlungssäumnis für Gas und Wasser nicht die Mieter, sondern zunächst die Wohnungseigentümer in der Pflicht stünden. Für 21 Prozent der insgesamt 80 Wohnungen sei nicht gezahlt worden, für einen ähnlich hohen Anteil seien nur unregelmäßige Zahlungen eingegangen. Grundsätzlich stellten die Stadtwerke ihre Forderungen an die Eigentümergemeinschaft beziehungsweise Verwaltung und diese wiederum an die Eigentümer. Es habe belegt werden können, dass die Hausverwaltung das ihr von den Eigentümern zur Verfügung gestellte Geld „zweckgebunden ausgegeben hat“. Krikkis bekräftigte ferner, es habe nachgewiesen werden können, dass alle Zahlungen des Jobcenters bestimmungsgemäß verwendet wurden.

Stadtwerke verklagen Eigentümer

Die Stadtwerke erklärten durch ihre Sprecherin Britta Fengler: „Die polizeilichen Ermittlungen, haben keine Auswirkungen auf unsere Vorgehensweise. Die Versorgungssperre bleibt nach wie vor bestehen. Unabhängig von der von uns gestellten Strafanzeige sind wir dabei, die einzelnen Wohnungseigentümer zu verklagen. Dies geht aber nur quotal, das heißt, entsprechend ihrem Anteil.“ Es seien bisher rund 6000 Euro eingegangen. Eigentümer, die nicht gezahlt haben, müssten mit einem Mahn- und Vollstreckungsbescheid rechnen.

Mehr Drogendelikte

Unabhängig von den Ermittlungen gegen die Hausverwaltung nimmt die Polizei Delmenhorst nach eigenen Angaben in enger Absprache mit der Stadt derzeit verstärkte Kontrollen im Bereich Wollepark vor. Ziel dieser Maßnahmen sei es, die Gesamtsituation in dem Gebiet wieder zu verbessern und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu steigern. Aufgrund dieser zielgerichteten Kontrollen wurde eine Vielzahl von Verstößen festgestellt. Außerdem wurde in den vergangenen Wochen eine leicht erhöhte Zahl an Drogendelikten registriert. Auch in Zukunft wird es regelmäßige Kontrollen geben.