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Heimatverein nicht überzeugt Standortdebatte um Delmenhorster Rathausmodell hält an

Von Marco Julius | 31.05.2016, 08:32 Uhr

Die Standortdebatte schien beendet, doch noch immer gibt es vor und hinter den Kulissen Redebedarf. Die Stadt hält allerdings am Standort Delme-Terrassen fest, denn der sei mit allen Beteiligten abgesprochen.

„Die Debatte um den Standort ist beendet.“ Mit diesen Worten endete eine Pressemitteilung der Stadtverwaltung am 20. Mai. Doch die Debatte um den Standort des Rathaus-Modells schwelt offensichtlich noch weiter, nicht nur weil Fachbereichsleiter Horst Janocha in der vergangenen Woche in einem öffentlichen Ausschuss die Verantwortung für den ersten Standort, der mittlerweile korrigiert wurde, abstritt und in den Fachbereich 5 schob. Beim Heimatverein Delmenhorst, Initiator der Miniatur, ist man mit dem jetzt neu gewählten Standort am Holzsteg vor der Delme-Terrasse nicht ganz glücklich. Heimatfreund Friedrich Hübner, der sich mit viel persönlichem Engagement für das Modell eingesetzt hatte und an den Gesprächen zur Umsetzung beteiligt war, sagt zwar, man könne mit dem neuen Standort leben, wenn gewährleistet sei, dass die Bestuhlung des Lokals Markteins genügend Platz für das Modell lasse, „genial“ sei der Standort aber nicht. Er habe sogar einen Standort auf der anderen Seite des Rathauses ins Spiel gebracht – unter anderem, weil von den Delme-Terassen der Wasserturm nicht richtig zu sehen sei. „Aber wir haben das Modell der Stadt geschenkt. Die Stadt entscheidet also letztlich über den Standort“, sagt Hübner. Er selbst sieht durch die Umsetzung, die Gastronom Manuel Mutlu (Tutti Frutti, Markteins) gefordert hatte, keine wirkliche Verbesserung. Zudem wirft er Mutlu vor, das Modell am jetzigen Standort derzeit mit Tischen und Schirmen absichtlich zuzumauern.

Umsetzung in Kürze

Jan Jochen Meyer, Vorsitzender des Heimatvereins, hat die Hoffnung auf einen anderen Standort nicht aufgegeben. Für Hübner ist die Entscheidung allerdings gefallen. Und das bekräftigt auch Timo Frers, Sprecher der Stadt, auf Nachfrage: „An den Delme-Terrassen ist ein guter Standort gefunden, der ist mit dem Heimatverein und Manuel Mutlu so abgesprochen. Wie angekündigt, wird das Modell in Kürze umgesetzt.“ Am neuen Standort soll die Rathaus-Miniatur dann auch Lust wecken, die vom Jugendstil geprägte Rathaus-Anlage einmal von innen zu betrachten – und, so hatte es Oberbürgermeister Axel Jahnz formuliert, „einen Beitrag zur Verschönerung der Innenstadt noch besser entfalten“.

Was Hübner besonders betrübt: „Die ganze Debatte stellt in den Schatten, dass das Modell ein Zeichen der Verbundenheit mit der Stadt und eine Stärkung des Bürgerstolzes ist.“