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Helfer brauchen Hilfe Wolleparkladen in Delmenhorst sucht Unterstützung

09.06.2015, 17:45 Uhr

Helfer stoßen an ihre Grenzen: Bis zu 100 Kunden am Tag kommen derzeit in den Laden „Geben & Nehmen“, die Hälfte davon sind Flüchtlinge.

„Geben & nehmen“, der Wolleparkladen an der Schwabenstraße 7, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2008 zu einem festen Bestandteil des Quartiers gemausert. Doch wie lange bleibt er noch? Hartmut Baumann, ehrenamtlicher Leiter des Umsonstladens, und Wiebke Machel vom Quartiersmanagement Wollepark schlagen Alarm. „Wir sind so knapp mit ehrenamtlichen Helfern, dass wir über die Schließung nachdenken müssen, wenn sich die Situation nicht entspannt“, berichtet Baumann. Dabei sei der Laden derzeit so wichtig wie nie, ergänzt Machel, weil die Zahl der Flüchtlinge, die in den Laden kommt, stetig wachse.

Zweimal in der Woche öffnet der Wolleparkladen, dienstags von 9 bis 12 Uhr, donnerstags von 15.30 bis 17.30 Uhr. Geld spielt dabei fast keine Rolle. Gegen eine Spende von 99 Cent darf jeder bis zu drei Teile zur Deckung des eigenen Bedarfs mitnehmen. Haushaltswaren, Kinderspielzeug, Kinderkleidung, Kleinmöbel, kleine Elektrogeräte, Heimtextilien, das Angebot ist umfassend.

Bis zu 100 Kunden pro Tag

„Zurzeit haben wir pro Öffnungstag bis zu 100 Kunden. Das können wir mit unserem Team kaum noch bewältigen, zumal auch das Lager Arbeitskraft bindet“, sagt Baumann. Er berichtet von Flüchtlingen aus dem ganzen Stadtgebiet, die nicht mehr haben als die Sachen am Leib. „Sie bekommen bei uns kostenlos eine Grundausstattung.“ 13 Helfer umfasst das Team, es waren auch schon mal 20. Aber selbst 20 seien eigentlich zu wenig. „Belastung und Stress für die Ehrenamtlichen sind hoch. Wir müssen die Arbeit dringend auf mehr Schultern verteilen“, sagt Wiebke Machel. Für sie ist klar: „Delmenhorst braucht diesen Laden, und wir brauchen mehr Helfer.“

Hilfe für Flüchtlinge

Baumann und Machel starten deshalb einen Aufruf, um neue freiwillige Helfer zu finden. „Die Einsatzzeiten können dabei ganz individuell abgesprochen werden“, sagt die Quartiersmanagerin. „Wer sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren will, kann hier ganz praktisch helfen.“ Jeder zweite Kunde im Wolleparkladen sei Flüchtling, die Nationalitäten seien bunt gemischt. Sprachbarrieren müsse dabei niemand fürchten, im Laden hilft man sich gegenseitig. Auch im Team der Helfer sind die Nationalitäten gemischt. Als der Laden eröffnet wurde, waren es vorwiegend Aramäer, die geholfen haben. Deutsche, Türken, Iraker, eine Roma-Frau aus Polen gehören dazu, sagt Baumann. Der Laden erfülle auch als Treffpunkt für das Quartier seine Aufgabe.

Wer helfen möchte, meldet sich bei Wiebke Machel unter (04221) 123985 oder per Mail an quartiersmanagement@wollepark.de – oder schaut einfach während der Öffnungszeiten des Ladens vorbei und macht sich selbst ein Bild. Melden kann sich auch jeder, der etwas spenden will. Gesucht werden derzeit vor allem gut erhaltene Haushaltswaren.