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Hermann-Allmers-Schule Delmenhorst Eine Kiste voller Bücher gegen Vorurteile

Von Marco Julius | 15.06.2018, 15:13 Uhr

Die Hermann-Allmers-Schule in Delmenhorst setzt sich dafür ein, dass Rasismus und Diskriminierung unter den Schülern keine Chance haben. Dabei soll jetzt auch eine besondere Bücherkiste helfen.

Seit einem Jahr trägt die Hermann-Allmers-Schule das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Das es nicht nur bei dem Siegel bleiben darf, ist den Verantwortlichen um Lehrer Roland Brügge klar. Das Siegel muss an einer bunten Schule wie dieser mit Leben gefüllt werden. Ein Baustein ist da jetzt eine ganz besondere Bücherkiste. „Marita Blessing, eine sehr engagierte Mutter, hat den Anstoß gegeben“, erläutert Brügge. Die Bücher der Schulbibliothek seien zu sehr auf Bullerbü-Idyll ausgerichtet. „Sie entsprechen oft nicht mehr der Wirklichkeit, wie sie Schüler heute erleben“, sagt der Lehrer.

Tipps von der Freien Uni Berlin

Über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das auch von der Stadt Delmenhorst unterstützt wird, hat die Schule Gelder für eine Bücherkiste beantragt, wie sie für eine voruteilsbewusste Bildung und Erziehung von der Fachstelle Kinderwelten an der Freien Uni Berlin empfohlen werden. „Die Bücher sollen Beispiele enthalten, die Mut machen, sich gegen Diskriminierung und Ungerechtigkeit einzusetzen“, sagt Christina Körner, an der Grundschule für Sozialarbeit zuständig. Stereotype oder diskriminierende Bilder von Menschen und einseitige Botschaften, die sollen in der neuen Bücherkiste, die in allen Klassen vorgestellt und dann ihren Platz in der Schulbücherei erhalten wird, nicht mehr zu finden sein. Kinder mit unterschiedlichen Vorerfahrungen und Familienkulturen sollen sich mit den Geschichten, die zum Teil auch als reine Bilderbuchgeschichten oder mehrsprachig zu finden sind, identifizieren können.

Annika Uhrbach und Anette Melerski, in Delmenhorst zuständig für „Demokratie leben!“, haben sich selbst ein Bild davon gemacht, wie gut das Geld an der Grundschule investiert ist – und wie gut die Kiste ankommt. Die 3a von Roland Brügge war dabei die erste Klasse, die sich auf die Kiste stürzen durfte. Ein Schüler brachte die Idee der Bücherkiste dabei auf den Punkt: „Hier soll sich jeder wohlfühlen, egal woher er kommt, egal wie er aussieht.“

Thomas Schaaf ist Pate

Dass Bücher große Bedeutung für Kinder haben, weil sie sich durch das Betrachten und Lesen ein Bild von sich, von anderen Menschen und der Welt machen, davon ist Brügge überzeugt. Und da dürfte sich der Pädagoge einig sein mit Werder-Legende Thomas Schaaf. Der nämlich ist an der Hermann-Allmers-Schule Pate für die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.