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Hertie-Ruine in Delmenhorst: Delmenhorst muss bei Hertie Notbremse ziehen

Meinung – Michael Korn | 26.02.2016, 20:44 Uhr

Der Investor für den Umbau der Delmenhorster Hertie-Brache in ein Wohn- und Geschäftshaus blickt skeptisch auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts: Der Standort gelte im Einzelhandel als runtergewirtschaftet. Dazu unser Kommentar:

Die zweifelnden Äußerungen des Hertie-Investors in Delmenhorst können als Rückzug auf Raten gelten, um das Gesicht zu wahren. Denn die Investorenfirma DIH hat zunächst die Euphorie geschürt, steht jetzt aber mit leeren Händen da, sprich: ohne jeglichen Ladenmieter. Die schöne Fassade bröckelt – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Delmenhorster Ratsparteien dürfen vor dieser ernüchternden Lage nicht die Augen verschließen und müssen die Notbremse ziehen, um nicht vertraglich Steuergelder für ein wirtschaftlich sinnloses Projekt zu vergeuden. Vielmehr sollten die Städtebaugelder in eine Alternativlösung gesteckt werden. Die könnte in einem Abriss bestehen mit anschließender Gestaltung der Freifläche als kleiner City-Park mit Wege- und Sichtverbindung zur Stadtkirche und Hinterhöfen. Für die angrenzenden Häuser böte sich im Erdgeschoss eventuell sogar ein Nutzungsmix aus Gastronomie/Einzelhandel an.