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Hespos lädt ins Kleine Haus 46. Auflage der Neuen Musik in Delmenhorst

Von Alexander Schnackenburg | 29.10.2015, 22:23 Uhr

Der 11.11. ist ein fester Termin im Delmenhorster Kulturkalender. Einmal im Jahr holt Hans-Joachim Hespos Musiker ins Kleine Haus, die sich der Neuen Musik verschrieben haben.

„Verrückter geht es nicht“ – so charakterisiert Hans-Joachim Hespos das Ensemble „ascolta stuttgart“. Und gerade, weil es so verrückt sei, sei es auch so gut, vor allem aber: das erste Ensemble, das zum zweiten Mal an einem „11.11.“ in Delmenhorst spielen wird, nämlich am Mittwoch, 11. November, dieses Jahres ab 20 Uhr im Kleinen Haus.

Hespos hat den 11.11. längst als Jour fixe etabliert. Bereits zum 46. Mal präsentiert der Komponist dieses Jahr Neue Musik in Delmenhorst, solche, von der er etwas hält. Und davon gibt es nicht viel: „Neue Musik darf nicht langweilig sein, ist es aber meistens“, findet Hespos, der der Fachwelt allgemein als Kapazität auf dem Gebiet gilt. Nicht umsonst fördert der Deutsche Musikrat das Konzert am 11.11., zeichnet Radio Bremen das Ereignis auf, fungiert Ministerpräsident Stephan Weil als Schirmherr – und die Stadt Delmenhorst als Auftraggeber.

Chance für junge Komponisten

„Lustig und niveauvoll“, verspricht Hespos, werde es werden. Los geht es, verheißt der Programmzettel, mit „Lenz in Moskau“ von Altmeister Rolf Riehm. Es folgt, als Uraufführung, „Seru IIa (Näherung)“ des 1975 in Leer geborenen Arne Sanders: „Weil der 11.11. immer auch jungen Komponisten eine Chance gibt“, sagt Hespos dazu. Aus demselben Grund spielen Studenten der Bremer Hochschule für Künste an diesem Tag auch „Seelenqualen“ von Mehran Sherkat Naderi – ebenfalls eine Uraufführung, genau wie Gordon Kampes „Moritaten und Sentimentales“, die im späteren Verlauf des Abends erklingen.

Selbstverständlich stehen auch Kompositionen Hans-Joachim Hespos´auf dem Programm, nämlich die Uraufführung von „Spók, tango fluid für ascolta“ sowie seine im Jahr 2010 entstandene musikalische Szene „PSI“.

Mit seinen regelmäßigen Konzerten am 11.11. eines jeden Jahres möchte Hespos einen Kontrapunkt zur drohenden Abschaffung der Ernsten Musik (E-Musik) setzen, sagt der Komponist selbst.