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Hilfe auf der letzten Wegstrecke Hospizdienst Delmenhorst bildet Begleiter aus

Von Marco Julius | 10.02.2016, 16:20 Uhr

Der Hospizdienst Delmenhorst renoviert derzeit seine Räume an der Mühlenstraße. Die Trauercafé werden zunehmens gut besucht.

Delmenhorst. Der Begriff Hospiz steht in der heutigen Zeit vor allem für die Begleitung von sterbenden Menschen auf der letzten Wegstrecke und für Hilfe für die Angehörigen. Eine Aufgabe, die sich der Hospizdienst Delmenhorst voll und ganz verschrieben hat. 1995 als Verein gegründet, hat der Hospizdienst Delmenhorst heute annähernd 100 Mitglieder, darunter bis zu 15 sogenannte Hospizbegleiter.

1995 als Verein gegründet

„Das Jahr 2015 hatte mit unserem 20-jährigen Bestehen einen Anfang, wie wir ihn uns schöner nicht hätten erträumen können. Die Veranstaltungen zeigten uns, dass unser Verein sich auf seine Mitarbeitenden stützen kann und alle miteinander mit Freude und Engagement bei der Sache waren“, sagt Uschi Roßmeyer, Vorsitzende des Vereins. Besonders das große Fest in der Markthalle „bringt uns noch heute ein Lächeln in unsere Gesichter“.

30 sterbende Menschen und deren Angehörige und Freunde hat der Hospizdienst 2015 begleitet und zahlreiche Beratungen und Informationen gegeben. Froh ist Roßmeyer auch, dass das Trauercafé von immer mehr Menschen angenommen werde. An jedem ersten Sonntag im Monat sowie an jedem dritten Montag, jeweils von 15 bis 17 Uhr, steht das Trauercafé als offener Treffpunkt allen trauernden Menschen zur Verfügung. „Es gibt zu Beginn stets kleine Rituale, aber wichtigster Bestandteil der Treffen ist der freie Austausch“, erläutert Roßmeyer. Sie freut sich, dass mittlerweile auch einige Männer den Weg in das Trauercafé finden. Fünf ausgebildete Trauerbegleiter sind im Team. „Meist finden Menschen etwa ein halbes Jahr nach dem Tod ihres Angehörigen zu uns. Manchen bleiben für lange Zeit, einige kommen vielleicht zwei oder drei Mal. Jeder Mensch ist unterschiedlich, auch in seiner Trauer“, berichtet Roßmeyer.

Regelmäßige Besuche auf der Palliativstation

Drei Mitarbeiterinnen des Hospizdienstes sind regelmäßig dienstags und mittwochs auf der Palliativstation im JHD Deichhorst vor Ort, helfen beim Abendessen, bieten Gespräche an.

Aktuell läuft ein Vorbereitungskurs für angehende Hospizbegleiterinnen. „Wir hoffen, dass viele danach am Ball bleiben“, blickt die Vorsitzende voraus.

Wichtigster Teil der Vereinsarbeit sind auch regelmäßige Treffen der Aktiven. „Sie stärken den Zusammenhalt“, sagt Roßmeyer. Der Hospizdienst ist zudem mit Ständen und mit Beuchen in Schulen immer wieder auch bei der Öffentlichkeitsarbeit aktiv.

Renovierung läuft

Derzeit werden die Räume des Hospizdienstes an der Mühlenstraße 112 renoviert, mit großen Fortschritten, wie Roßmeyer bereits berichten kann. Die erhöhte Aufenthaltsqualität komme auch den Trauercafés zugute.