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Hilfe für psychisch Kranke Sozialpsychiatrischer Verbund in Delmenhorst feiert 20. Geburtstag

Von Frederik Grabbe | 17.05.2017, 18:38 Uhr

Gefühlt gebe es immer mehr psychisch erkrankte Menschen, deren Leben teilweise schon in der Kindheit aus den Fugen gerissen werden. Darum sei Oberbürgermeister Axel Jahnz umso froher, dass es den Sozialpsychiatrischen Verbund (SpVb) in Delmenhorst gebe. Mit diesen Worten hat Jahnz gestern in der Markthalle den Festakt zum 20-jährigen Geburtstag des Verbundes eröffnet.

„Psychische Erkrankungen sind nicht wie ein Knochenbruch, der nach sechs Wochen verheilt“, bemaß Jahnz den psychotherapeutischen Hilfen eine große Komplexität zu. Der Verbund bietet Hilfen an – beispielsweise in den Feldern ambulante sowie stationäre Suchtberatung und -behandlung, Wohnen, Arbeiten oder Hilfen für Kinder und Jugendliche. Die Beteiligten des Verbunds sind zahlreich, zu ihnen zählen beispielsweise das Gut Dauelsberg, die Werkstatt für psychisch Kranke (WID) bei den Delmewerkstätten, das Josef-Hospital Delmenhorst, die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Wichernstift oder Selbsthilfeangebote wie „Die Kette“.

Nach 20 Jahren den Kinderschuhen entwachsen

„Nach 20 Jahren sind wir den Kinderschuhen entwachsen“, sagte die Leiterin des (SpVb), Dr. Iphigenie Brandenbusch. Sie nannte als Beispiel den 2008 in Delmenhorst ins Leben gerufenen Niedersächsischen Aktionstag für seelische Gesundheit, der seitdem jährlich in einer anderen Kommune ausgerichtet wird. „Hier waren wir Vorreiter – wie so oft in Delmenhorst“, sagte Brandenbusch mit Blick auf zahlreiche Netzwerke in Delmenhorst.

Brandenbusch: Immer mehr Narzissten

Die Verbundsleiterin nannte ihre von Fernsehnachrichten genährte Furcht: „Die Welt ist so verrückt geworden, dass sie zunehmend narzisstische Machthaber hervorbringt, die den Weltfrieden und die Demokratie gefährden.“ Zum Glück sei das Gehirn plastisch, „es ist also formbar, ein Leben lang. Hilfen gibt es für alle Lebensalter“, womit Brandenbusch auf das Angebot des SpVb überleitete.

110 Gäste in der Markthalle

Der Festvortrag vor rund 110 geladenen Gästen wurde von der Oberärztin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, Elena Esteban Vela aus Hannover gehalten. Sie ging auf die Entwicklungsstadien bis zum Lebensalter von 30 Jahren ein.