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Hochwasserschutz soll verbessert werden Delme könnte sich zur Auenlandschaft wandeln

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 10.02.2016, 18:01 Uhr

Im Bereich zwischen der Graft und der Autobahn müssen die Dämme an der Delme saniert werden. Dabei soll auch der Naturschutz nicht zu kurz kommen – obwohl viele Bäume gefällt werden müssen.

Das neue Rückhaltebecken kann nicht allein für den Hochwasserschutz entlang der der Delme verantwortlich sein. Die Dämme entlang der Delme im Bereich zwischen Graft und Autobahn müssen ebenfalls einem Hochwasser standhalten können. Um den Hochwasserschutz in diesem Bereich auf den aktuellsten Stand zu bringen, ist eine umfangreiche Sanierung nötig. Pläne dazu wurden am Dienstag der Politik im Umweltausschuss vorgestellt.

Bepflanzung nicht möglich

Das Problem, das Stefan Meyer vom beauftragten Ingenieurdienst Nord gleich zu Beginn seines Vortrages deutlich machte: Die aktuellen Richtlinien für den Hochwasserschutz machen eine Bepflanzung der Dämme unmöglich. Würden die jetzigen Wälle einfach verstärkt werden, müsste ein Großteil der 220 Bäume im Bereich der Anlagen gefällt werden.

Auenlandschaft als bevorzugte Lösung

Acht verschiedene Lösungen hat das Ingenieurbüro vorbereitet und mit den Akteuren aus der Verwaltung und vom Ochtumverband beraten. Herausgekommen ist eine bevorzugte Variante, bei der möglichst viele Bäume erhalten bleiben und die – entsprechend einer EU-Richtlinie – Wert auf die Renaturierung der Delme setzt. Zahlreiche Bäume müssen trotzdem Fallen: 85 wären es laut Meyer. Dennoch: „Perspektivisch könnte sich in dem Bereich ein Auenwald entwickeln. Es würden zwar Bäume wegkommen, entlang des Flusses würden aber neue hinzukommen“, erklärte Meyer. Ein naturnahes Bild könnte entstehen.

Neue Deiche mit größerem Abstand

Teils würden die jetzigen Deiche mit Spundwände verstärkt, wodurch auch die Bäume stehen bleiben könnten. Eine Lösung nur mit Spundwänden wäre zu teuer. Zudem könnte so dem Anspruch der Renaturierung nicht gerecht werden. In den Bereichen, in denen es möglich ist, würden neue Dämme mit größerem Abstand zur Delme gebaut. Im Bereich zwischen Deich und Fluss gibt es dann laut Meyer ein Entwicklungspotenzial für die Auenlandschaft. Ein weiterer Vorteil der Lösung: „Gerade die großen, landschaftsprägenden Bäume können in dieser Variante erhalten werden“, sagte Meyer.

Stadt muss ein Drittel der Kosten tragen

Die Politik stimmt am 5. April im Umweltausschuss über den neuen Hochwasserschutz ab. Die Kosten bezifferte Jürgen Müller-Schönborn, Fachdienstleiter Umwelt, auf rund drei bis 3,5 Millionen Euro, wovon die Stadt etwa ein Drittel tragen müsste. Nach der Entscheidung der Politik würde dann ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden.