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Högel-Morde Klinikum Oldenburg suspendiert Mitarbeiter

Von Frederik Grabbe | 08.02.2019, 17:38 Uhr

Das Klinikum Oldenburg hat Mitarbeiter freigestellt, gegen die wegen Meineides im Prozess gegen Patientenmörder Niels Högel ermittelt wird. Angehörige der Opfer reagierten mit Genugtuung.

Im Zuge der Ermittlungen gegen Mitarbeiter des Klinikums Oldenburg wegen Meineides und Falschaussage im Prozess gegen Patienten-Mörder Niels Högel hat das Krankenhaus die betroffenen Beschäftigten nun suspendiert. Das berichtet der Evangelische Pressedienst unter Berufung auf Klinik-Angaben. Eine mögliche Falschaussage vor Gericht torpediere die Bemühungen des Klinikums um schonungslose und lückenlose Aufklärung und könne nicht toleriert werden, habe das Krankenhaus demnach am Freitag mitgeteilt. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt derzeit gegen fünf teils ehemalige Mitarbeiter, weil in ihrer Zeugenaussage „Zweifel am Wahrheitsgehalt“ bestanden haben.

Klinik fordert schnelle Prüfung der Vorwürfe

Den Angaben zufolge sind zwei der Betroffenen derzeit am Klinikum beschäftigt und bis zum Abschluss des Verfahrens von ihrer Arbeit freigestellt. Gleichzeitig rief das Klinikum dazu auf, die Zeugen nicht vorschnell zu verurteilen. „Ob und in welcher Form hier wirklich Falschaussagen vorliegen muss von der Staatsanwaltschaft jetzt schnellstens geprüft werden.“

(Weiterlesen: Högel-Morde: Jahrhundertprozess soll das Unvorstellbare aufklären)

Der Angehörigen-Sprecher der Opfer Niels Högels, Christian Marbach, nannte die Freistellung der Klinik-Mitarbeiter „absolut angemessen“. Er forderte beide Krankenhäuser in Oldenburg und Delmenhorst, in denen Högel zwischen 2000 und 2005 100 Menschen getötet haben soll, auf, die Freistellung von Mitarbeitern, gegen die ermittelt werde, aufrecht zu erhalten. Damit bezog er sich ebenfalls auf Mitarbeiter, gegen die bereits Anklage wegen Tötung durch Unterlassen erhoben worden ist sowie jene, gegen die noch ermittelt wird.

(Mit epd)