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Hospizdienst Delmenhorst informiert Bewusstsein für das Ende des Lebens steigt

Von Kai Hasse | 14.10.2018, 10:15 Uhr

Zum Tag des Hospizes hat der Hospizdienst Delmenhorst sich in der Fußgängerzone Delmenhorst vorgestellt. Mit gutem Fazit: Zunehmend würden sich die Menschen für die Arbeit der Sterbebegleiter interessieren.

Zum Tag des Hospizes haben Sterbebegleiter der Region sich den Menschen in der Öffentlichkeit vorgestellt und für weitere Ehrenamtliche geworben. In Stuhr gab es eine öffentliche Sitzung des Hospizdienstes, im Laurentius-Hospiz in Falkenburg wurden Interessierte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, und in Delmenhorst stellten sich die Sterbebegleiter in der Innenstadt vor.

Kein Pflege, sondern ambulante Hilfe

Fred Schlese, einer der Ehrenamtler in Delmenhorst, ist nach dem Tag in der Innenstadt guter Dinge: „Es gab immer wieder Gespräche mit Leuten, die sich informieren wollen.“ Und das sei gut so, denn die Sterbebegleiter werden oft verwechselt mit pflegerischen Hospizdiensten. Die Gruppe in Delmenhorst ist aber ein ambulantes Angebot: keine Pflege, dafür Begleitung im Alltag, und das von den Sterbenden und den Angehörigen der Sterbenden.

Oft braucht es die neutrale Person

„Leider kommen die Leute sehr oft zu spät zu uns“, so Schlese, „erst in den letzten Tagen. Dabei könnten wir ihnen viel früher beistehen.“ Schlese selbst hat seine Frau gepflegt und beim Sterben begleitet, und er hätte sich im Nachhinein gewünscht, dass er jemanden dabei gehabt hätte, der seiner Frau und auch ihm zur Seite steht. Denn manches erzähle man auch dem engsten Partner nicht, auch um ihn nicht zu belasten. Ohne neutrale Person herrsche Stille. Und man belaste sich somit selbst. Hier kann der ambulante Hospizdienst helfen.

Mehr Ehrenamtler gebraucht

Und das Angebot werde zunehmend angenommen, meint Schleses Kollege Jürgen Schurig. „Es kommen mehr als früher. Dadurch brauchen wir aber auch mehr Unterstützung“, sagt er. Und hier hat der Hospizdienst noch selbst Hilfe nötig: Denn der allergrößte Teil der Arbeit wird durch Ehrenamtler übernommen. Und immer wieder braucht der Dienst weitere Menschen, die sich dafür einsetzen wollen, dass Sterbende und ihre Angehörige schönere und würdigere letzte Momente miteinander haben. Dafür gibt es vorbereitende Kurse. „Jeder der hilft, ist eine Stütze“, sagt Schlese.