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Hotel und Restaurant übergeben Gut Hasport in Delmenhorst bekommt neue Chefinnen

Von Thomas Breuer | 26.10.2015, 19:49 Uhr

Alma Kotsias und ihre Schwester Amra Sehovic wollen am Hasportsee künftig neue gastronomische Akzente setzen. Im Gebäude sind Umbau- und Modernisierungsarbeiten angelaufen.

Emma hat gewonnen. Drei Wochen lang konnten die Gäste des sonntäglichen Landfrühstücks im Gut Hasport abstimmen, auf welchen Sitzmöbeln sie künftig Platz nehmen möchten. Alma Kotsias wollte eigentlich eine andere neue Bestuhlung für das Restaurant ordern, nun sagt sie: „Die Gäste haben entschieden.“

Angelika Jaekel und Petra Gallo verabschieden sich

Weitere Entscheidungen wird die 31-Jährige selbst treffen, denn sie ist ab 1. November neue Geschäftsführerin der Gut Hasport GmbH und damit Pächterin und Betreiberin des traditionsreichen Hotels- und Restaurantbetriebs am Hasportsee. Im gleichen Atemzug verabschieden sich die künftigen Vermieterinnen Angelika Jaekel und ihre Tochter Petra Gallo aus Delmenhorst an ihren neuen Wohnort Bad Zwischenahn. Sie bleiben Eigentümerinnen des Gebäudes, das der Ehemann beziehungsweise Vater Wolfgang Jaekel 1967 von der Stadt gekauft hat. Er verstarb 2004.

Der Wechsel in Hotel und Restaurant macht der seit Längerem brodelnden Gerüchteküche den Garaus. Das Signal ist eindeutig: Im Gut Hasport geht es weiter, es wird investiert und voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2016 im Restaurant auch ein A-la-carte-Geschäft mit gutbürgerlicher Küche geben.

Gerüchteküche brodelte zuletzt kräftig

Zuletzt war auch in öffentlichen Kreisen über einen Rückkauf des Guts durch die Stadt Delmenhorst spekuliert worden. Der Kaufvertrag von einst gibt das offenbar her, doch jetzt, sagt Petra Gallo, sei bis auf Weiteres mit der Verpachtung alles zur gegenseitigen Zufriedenheit geregelt. Zur Dauer des abgeschlossenen Pachtverhältnisses möchte sie sich nicht äußern, sagt aber, alles sei „so langfristig angelegt, dass sich die Investitionen lohnen“.

Biergarten soll bald deutlich größer werden

Alma Kotsias veranlasst derzeit den Einbau eines Tresens im Restaurantbereich, wofür eine Wand weichen muss. Die weiteren Pläne für das kommende Jahr sehen eine deutliche Erweiterung des Biergartens um einen Selbstbedienungsbereich und Spielegräte für Kinder vor. Und aus der 200 Quadratmeter großen einstigen Familienwohnung, die Angelika Jaekel jetzt aufgibt, würde Alma Kotsias gerne einen Veranstaltungsraum machen. „Aber das müssen wir erst bei der Stadt beantragen“, sagt die gebürtige Serbin, deren Familie nach Deutschland kam, als sie ein kleines Mädchen war.

Amra Sehovic wird erste Ansprechpartnerin im Haus

Wie sie selbst, ist auch ihre Schwester Amra Sehovic in Delmenhorst groß geworden. Die 27-Jährige soll künftig für Gäste erste Ansprechpartnerin im Haus sein. Ein Haus, das über 16 Doppel- und ein Einzelzimmer verfügt, die größtenteils von Monteuren gebucht werden.

Die bisherigen und die neuen Chefinnen haben laut Petra Gallo über einen Bekannten zusammengefunden und sich schnell füreinander erwärmt. Gallo sagt inzwischen, die Betriebsübergabe sei einen „Herzensübertragung“. Ihre Mutter die seit 1972 im Gut Hasport lebte und arbeitete, pflichtet ihr bei.

Kein Abschied aus wirtschaftlichen Gründen

Ja, sagt Petra Gallo, es habe auch andere Interessenten gegeben. Und weiter: „Es gibt Momente, da zählt nicht nur das Geld.“ Ohnehin erfolge ihr Abschied und der ihrer Mutter nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Ausschlaggebend, sagt Petra Gallo, seien vielmehr die angeschlagene Gesundheit ihres Mannes und das Alter ihrer Mutter: „Mit 69 darf sie jetzt mal kürzertreten.“

Petra Gallo selbst gibt auch ihr Kosmetikstudio in andere Hände. Dort übernimmt Joana Stockfleth.