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Hürden für Trinkwasserförderung Stadtwerke Delmenhorst planen Brunnensanierung

Von Thomas Breuer | 07.10.2015, 22:02 Uhr

Laut Oberbürgermeister Axel Jahnz braucht es die Zustimmung zumindest eines benachbarten Landkreises. Sonst würde das Grundwasserkontingent nicht ausreichen.

Delmenhorst. Oberbürgermeister Axel Jahnz hat am Mittwoch auf Nachfrage Einschätzungen der im Aktionsbündnis „Rettet die Graft“ aktiven SPD-Politikerin Roswitha Ahrens-Groth widersprochen, die via Facebook ein „Zeitschinden“ bei der Rettung der Graft moniert. Dabei bezieht sie sich auf den nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung vom Dienstagabend. „Es geht überhaupt keine Zeit verloren“, sagte Jahnz.

Jahnz sieht keinen Zeitverlust

Dass etwa vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) noch keine Kalkulation vorliege, was eine vorzeitige Vertragskündigung kosten würde, sollte Delmenhorst in der Graft wieder selbst Trinkwasser fördern, sei unproblematisch. Schließlich werde das wasserrechtliche Genehmigungsverfahren mehrere Jahre in Anspruch nehmen, sodass es nicht auf ein bis zwei Wochen ankäme.

Marode Brunnen bleiben bei Stadtwerken

Ahrens-Groth bemängelte auch, dass Unklarheit darüber herrsche, ob die Graftbrunnen bereits saniert würden. Dazu hieß es am Mittwoch seitens der Stadtwerke: „Derzeit stecken wir in den Planungen hinsichtlich einer Sanierung.“ Diese Aufgabe obliegt den Stadtwerken, nachdem der Rat am Dienstag abgelehnt hatte, dass die Stadt die maroden Brunnen übernimmt. Für die Übernahme stimmten nur die drei Unabhängigen, unter ihnen Sascha Voigt, der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Stadtwerke ist.

Problemfall Grundwasserkontingent

Jahnz bestätigte, dass er noch mit Landräten umliegender Landkreise sprechen muss, was die Trinkwasserförderung betrifft. Das laut behördlicher Wasserkarte Delmenhorst zustehende Grundwasserkontingent wird nach seinen Worten dafür nicht ausreichen. Umliegende Gebietskörperschaften müssten folglich langfristig Kontingente auf Delmenhorst übertragen. Ob dies denkbar sei, müsse er in persönlichen Gesprächen klären. „Wenn die Nein sagen, kriegen wir es nicht hin“, so Jahnz in einer augenblicklichen Einschätzung der Situation.