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Hunderte auf Delmenhorster Nordwolle Swing-Musik und Schrottangeln begeistern bei Museumsfest

Von Sonia Voigt | 17.09.2017, 19:00 Uhr

Musik, Historisches und Kinderspaß hat das Nordwestdeutsche Museum für Industriekultur bei seinem Museumsfest am Wochenende verquickt. Der Zuspruch stimmte die Organisatoren zufrieden.

Swing-Musik, historische Rückblicke und altbewährte Kinderspiele hat das Museumsfest des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur auf der Nordwolle am Wochenende vereint. Wolleanertreffen, Jazzkonzert und Familiennachmittag lockten einige hundert Besucher auf das Museumsareal, womit die Aktiven des mitausrichtenden Förderkreises Industriemuseum Delmenhorst (FID) zufrieden waren. „Wir setzen auf den Klebeeffekt und hoffen, dass möglichst viele wiederkommen“, sagt der stellvertretende FID-Vorsitzende Friedrich Hübner.

Aus Schleswig-Holstein zum Wolleanertreffen

Volker Hellrung, der selbst in den 1960er Jahren auf der Nordwolle lernte und zum gerade veröffentlichten Heimatjahrbuch einen Beitrag über seine Lehrzeit beisteuerte, hatte 15 seiner Mitlehrlinge für das Wolleanertreffen gewonnen. „Einer ist eigens aus Schleswig-Holstein angereist“, erklärt Hellrung. Insgesamt tauschten rund 40 Ehemalige bei dem Treffen am Samstagnachmittag bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen aus. Zudem erkundeten sie unter Anleitung von Regina Ungethüm-Meißner das Stadtmuseum, das einigen noch nicht bekannt war.

Mit Publikum Ohrwurm einstudiert

Mit rund 100 Gästen ausverkauft war das Konzert der Hamburger Gruppe Vertiko am Samstagabend. Obwohl die Turbinenhalle als Konzertort akustisch herausforderte, überzeugte das Trio mit seinen Swing-, Bossa-Nova- und Jive-Vertonungen von Erich Kästners Gedichten voll und ganz. Als „ganz hervorragend“ stufte auch Volker Hellrung, der nach seinem aktiven Part nachmittags am Abend als Zuhörer ins Museum kam, Sängerin Nina Majer ein. Nicht nur ihre Stimme, die in tiefen wie hohen Lagen überzeugte, sondern auch ihre Mimik und Gestik hätten die teils schlüpfrigen Kästner-Texte toll rübergebracht. Pianist Frederik Feindt sowie Ralf Böcker am Saxofon und Akkordeon kamen ebenfalls gut an und gaben dem Publikum noch einen gemeinsam eingeübten Ohrwurm mit auf den Nachhauseweg.

Über selbst gewebte Brücke balanciert

Am Sonntagnachmittag war die Turbinenhalle dann fest in Kinderhand. Die jungen Gäste erprobten an acht Stationen überlieferte Kinderspiele wie Erbsenschlagen oder Dosenwerfen und Nordwolle-typisches wie Wollspulen aufwickeln. „Viele sammeln fleißig Stempel für ein kleines Geschenk oder einen Donut“, berichtete Mitorganisator Hübner, der den Zulauf angesichts der Konkurrenz durch das Kinderfest im Jute-Center in Ordnung fand. Der zweijährigen Floortje gefiel besonders das Balancieren über die aus Holzplanken selbst gewebte Brücke. Für ihre Mutter, Museumsmitarbeiterin Anna Hoffmann, zeigte sich gestern die gute Kooperation mit den Jugendhäusern, die einige Kinder für das Fest begeistert hatten. So kamen auch Regine (7) und Zamira (5) ins Museum und testen die Spiele von früher. „Das Schrottangeln ist am besten“, verraten beide ihren Favoriten.