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Trotz Regens und Atlas-Pokalspiel Hunderte Besucher lassen das Weinfest am Samstag ausklingen

Von Niklas Golitschek | 11.08.2019, 18:15 Uhr

Tag drei bedeutete für das Delmenhorster Weinfest in der Markthalle und umzu auch, dass es der letzte dieses Jahres war. Doch vom launischen Wetter und dem DFB-Pokalspiel von Atlas Delmenhorst ließen sich viele Delmenhorster nicht abhalten und statteten der Veranstaltung einen Besuch ab.

Auch am Samstag haben sich trotz des wechselhaften Wetters und des bevorstehenden Fußballkrachers im DFB-Pokal zwischen Atlas Delmenhorst und Werder Bremen wieder mehrere Hundert Menschen zum dritten und letzten Tag des Weinfests in der Markthalle und umzu versammelt.

Gemischte Kritiken

Ursula Kaniber kannte sich als gebürtige Würzburgerin und langjährige Wahl-Frankfurterin bestens mit der Thematik aus. „Ringsum hatten wir Weinberge“, erzählte sie. Seit Anfang des Jahres wohnt sie nun in Delmenhorst und kam zu ersten Mal gemeinsam mit Tochter Conny und deren Ehemann Hartmut zum Weinfest. „Es ist gemütlich hier“, lobte sie sie Atmosphäre. Auch Hartmut Kaniber schwärmte als wiederkehrender Besucher: „Es ist jedes Jahr super.“ Angesichts der Gemütlichkeit und der Auswahl sei das sein Lieblingsfest.

An der Übersichtlichkeit störte sich dagegen Helmut Fehler etwas. „Ich kenne Weinfeste ganz anders“, sagte er. Mit einem Moselwein fand er zwar auch in Delmenhorst einen schmackhaften Tropfen, doch aus seiner Heimat Limburg sei er eine andere Atmosphäre gewohnt: „Da sind 25 bis 30 Stände und mehrere Tausend Leute.“ Eine gute Mischung

Britta Vergiehn vom Pfälzer Weintreff kennt auch solche Veranstaltungen, doch es ist genau diese Übersichtlichkeit, die sie beim Weinfest in Delmenhorst so schätzt. „Es gibt keine Überfüllung an Winzern, davon profitiert jeder.“ So sei es ein kleines, aber feines Fest. „Es ist eine schöne Mischung. Wenn es noch mehr Stände wären, würde es sich stark entzerren“, sagt sie.

So hatten dann auch Sandra Malert und ihre Kollegen von La Piazza an ihrem Stand in der Markthalle vor allem am stark besuchten Freitagabend viel zu tun. Da seien allein vom Pinot Grigio, einem trockenen, leichten Weißwein aus Norditalien, fast 70 Flaschen über die Theke gegangen, insgesamt geschätzte 700 Flaschen Wein. Entsprechend positiv fiel auch Malerts Fazit aus: „Das Weinfest ist spitze. Es ist gutes Publikum da und der Wein ist auch gut weggegangen.“

Essen wenig gefragt

Deutlich weniger Umsatz dürfte da Emil Karnacewicz von der Geschmackfabrik gemacht haben. Burger und Pommes seien beim Weinfest einfach nicht so gefragt, stellte er fest: „Es sind viele Weininteressierte hier, aber nur ein kleiner Teil will bewirtschaftet werden.“ Auch wenn es sich wirtschaftlich für ihn kaum lohne, hält er dennoch an seinem Stand beim Weinfest fest. Wieso? „Wir zeigen Präsenz für die Gäste, die uns vom Sommerfest kennen.“ Angesichts der sich abwechselnden Regen- und Sonnenphasen regte er außerdem an, künftig vom zweiten Augustwochenende als Veranstaltungstag des Weinfests abzurücken. „Das Wetter ist nie optimal, das ist schwierig.“

Ein positives Fazit zog derweil auch Claudia Schnier von der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg). Insbesondere der Donnerstag sei sichtbar besser besucht gewesen als im Vorjahr: "Es war früh alles belegt und die Gäste sind lange geblieben." Doch auch am Freitag hätten sie sich mit Regenschirmen und - Jacken auf das Wetter eingestellt, die Standbetreiber stellten kurzerhand Pavillons auf. "Die Stimmung war richtig gut", bilanzierte Schnier. Das galt auch für den Samstag nach den anfänglichen Regenschauern. Sie stellte klar: "Wir sind mit dem Aufbau und Konzept glücklich. Das wollen wir beibehalten."