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Ideen sollen Diskussion anregen Wie kann die Delmenhorster City attraktiver werden?

Von Michael Korn | 15.02.2016, 20:16 Uhr

Die Delmenhorster Innenstadt steht vor einer wichtigen Weichenstellung für ihre Zukunft. Macht sich die Neupflasterung bezahlt? Wird der Hertie-Ruine neues Leben eingehaucht? Reduziert sich der Leerstand? Bringt die neue City-Managerin entscheidende Impulse? Die dk-Redaktion will mit einigen Ideen zur Belebung der Innenstadt eine Diskussion in Gang bringen.

„In Delmenhorst ist doch nix los. Nur noch Handy- und Bäckerläden!“ Immer wieder ist ein solch vernichtendes Urteil über die Attraktivität der Delmenhorster City zu hören. Während die einen Besucher also unsere Einkaufsmeile abgeschrieben haben, gar schlecht reden, geben andere die Hoffnung nicht auf: Sie sehen eine Innenstadt mit Schwächen, aber auch mit Stärken – und vor allem Entwicklungspotenzial.

Die Neugestaltung von Markthalle, Rathausplatz und Lange Straße sowie einige mutige Geschäftseröffnungen und die künftige City-Managerin Angela Bartelt sind ein Grundstein für einen Aufwärtstrend – es muss sich jedoch auch strukturell noch einiges zum Besseren wenden, soll die City wieder zum Magnet werden. Wenige Wochen vor der Entscheidung über die Zukunft der Hertie-Ruine hat sich die dk-Redaktion deshalb Gedanken gemacht, wie denn eine spürbare Belebung der Innenstadt gelingen könnte. Die Finanzierungs- oder Investorenfrage stand bei der Ideensammlung nicht im Vordergrund – vielmehr will das dk einen Anstoß zur Diskussion geben. Hier unsere Vorschläge:

Montags umsonst parken und freitags Wochenmarkt

  • Verlegung des Wochenmarkts am Freitag von Düsternort auf den Wallplatz an der Markthalle
  • Montags-Aktion „Parken kostet nix“ (Gratis-Parken auf allen Innenstadt-Parkplätzen mit Parkscheibe für zwei Stunden)
  • Neubau einer Veranstaltungshalle (Stadthalle) auf der Hotelwiese als Sponsoring Modell der Delmenhorster Wirtschaft
  • Weihnachtsmarkt: Verlegung vom Rathausplatz rund um die Stadtkirche
  • Bau eines Erlebnisspielplatzes auf der Hundewiese neben dem City-Parkhaus (analog Graftanlagen)
  • Tägliche Öffnung des Wasserturms zu den Einkaufszeiten in den Geschäften
  • Lückenlose Zeile mit Vordächern/Markisen entlang der Geschäfte zum Schutz vor Regen
  • Neuansiedlung von Primark und Bening-Umzug in die Innenstadt
  • Abbruch von Hertie und Parkhaus mit anschließend völlig neuem Gestaltungskonzept aus innerstädtischen Wohnformen und Freiflächen

Die Innenstadt als Outlet-Dorf

  • Die City umgestalten als Outlet-Dorf wie in Bad Münstereifel. Bestehende Geschäfte, die zur Identität der Delmenhorster Innenstadt gehören, könnten problemlos integriert werden.
  • (Sub-)Kulturkneipe in einem der leer stehenden Läden mit wöchentlichen Veranstaltungen immer am gleichen Tag wie Wohnzimmerkonzerte, Lesungen, Kabarett im kleinen Kreis.
  • Niedrigere Pachten für Neuansiedlungen. Trend-Ketten (Hans im Glück, Vapiano usw.) in die Innenstadt locken.
  • Mehr Grün, Bänke und Wasser in Verbindung mit edel anmutender Optik (einheitliche Markisen oder Schirme)
  • Umfeld von Hertie ist durch Höhe und Bauweise viel zu dunkel.
  • Überdachung oder Halbüberdachung mit freiem Streifen in der Mitte und Plexiglas an den Rändern zwischen City-Center und Schweinemarkt.
  • Marktplatz stärker als Event-Arena nutzen.

Sushi, Veganer und mehr Exotisches

  • Einrichtung eines Gastrofonds, der Gründern auch ausgefallener Speisenangebote in Delmenhorst eine wirtschaftliche Grundlage bietet (wie Sushi, veganes Essen)
  • Haus der Kultur auf der Hotelwiese
  • Bewusstsein bei Vereinen und Verbänden schaffen, dass die Innenstadt für Präsentationen der geeignete Ort ist und nicht der Stadtrand: Rettungsübung der Johanniter und der Feuerwehr, Hunde führen mit Haltern Agility auf dem Marktplatz vor, Spielmannszug dreht zum Markttag eine Runde durch die Stadt

Öffentliche Galerie und mehr Public Viewing

  • Zentrale kostenlose Kinderbetreuung während Eltern in der City shoppen
  • Vergünstigte Mieten für Existenzgründer (auf bestimmten Zeitraum begrenzt), minimiert Leerstand, sorgt für kreative, neue Konzepte abseits des bekannten Einzelhandels
  • Pop-up-Läden: Geschäfte, die nur für ein paar Wochen oder Monate öffnen, auch offen für Kunstprojekte, PingPong-Bar o.ä. (günstige Miete), so gibt es immer etwas Neues in der City zu entdecken
  • Public Viewing von Sport-Großevents auf Marktplatz (Olympia, Fußball-EM, Eishockey-WM; in Kooperation mit den Gastronomen)
  • Sommerkino: Großleinwand in der Graft mit Picknickangeboten (in Kooperationen mit Gastronomen)
  • Aktion im Sommer „Frischer Wind fürs Büro“: Freiwillige (Geschäftsleute, Einwohner, Nachbarn, Redakteure, Handwerker, Künstler, die die Innenstadt lebendig machen und aktiv mitgestalten wollen) verlagern für gewisse Zeit ihre Arbeitsplätze in die Fußgängerzone – schafft Werbung für eigenes Unternehmen und Bürgerbeteiligung
  • Innenstadt als öffentliche Galerie: Graffiti, Bilder auf Fassaden, Treppen, Stromkästen, Kunstobjekte in den Schaufenstern leer stehender Geschäfte (gegebenenfalls Kooperation mit den Künstlern, die in Städtischer Galerie ausstellen und „Fußabdruck“ hinterlassen)

„Nordsee“ muss zurück in die Fußgängerzone

  • Rückkehr des Fischgeschäftes NORDSEE
  • Angebot einer Anlaufstelle mit Ansprechpartnern für Touristen am Samstag
  • Geschäft mit CDs etc.
  • Internetcafé

Regelmäßiger Kinder-Nachmittag

  • Kinder-Nachmittag an einen festen Wochentag im Monat (zum Beispiel an jedem ersten Donnerstag) mit wechselndem Programm/Aktionen auf dem Rathausplatz/Markthalle, in der Fußgängerzone, den Geschäften, im Jute-Center (zum Beispiel Vorlesen in den Buchhandlungen, Kindertanz, Malaktionen, etc.). Hier könnten sich auch die Vereine/Musikschulen und andere einbringen mit Aktionen zum Kennenlernen. Auch Landwirte könnten den Kindern z.B. ihre Hoftiere/Ernte näherbringen.