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Iftar-Mahl in Delmenhorst Fastenbrechen als Zeichen des Dialogs

Von Marco Julius | 27.06.2015, 00:38 Uhr

Die drei islamischen Gemeinden in Delmenhorst haben am Freitagabend im Hotel Zur Riede das Iftar-Mahl gefeiert. Staatsministerin Özoguz betonte, wie wichtig der Dialog auf Augenhöhe sei.

Um 22.05 Uhr ist Freitagabend im großen Saal des Hotels Zur Riede der Ezan-Ruf erklungen, das Zeichen, dass das Fasten gebrochen werden kann. Die Islamischen Gemeinde in Delmenhorst (IGD) hatten zum Iftar-Mahl geladen, und konnten als Ehrengast Aydan Özoguz, Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration, begrüßen. Das Iftar-Mahl, das fünfte in Delmenhorst, an dem über 200 Gäste, darunter auch Vertreter anderer Religionsgemeinschaften teilnahmen, war schon vor dem Beginn des Fastenbrechens zu einem Zeichen für Toleranz, Offenheit und gegenseitigen Respekt geworden. „Das Delmenhorster Iftar-Mahl ist ein wichtiges Zeichen. Nicht nur für sie Muslime, sondern für alle Delmenhorster“, sagte Aydan Özoguz, die betonte, dass nicht nur die Muslime, sondern natürlich auch der Islam zu Deutschland gehörten. „Menschen dürfen nicht aufgrund ihres Glaubens ausgegrenzt werden“, führte sie aus und plädierte für den offenen Dialog auf Augenhöhe zwischen allen Menschen. „Integration gelingt dort, wo Menschen einander begegnen“, zitierte die Ministerin den Bundespräsidenten. Oberbürgermeister Axel Jahnz, der die Schirmherrschaft des Mahl übernommen hatte, sagte: „Delmenhorst ist eine Stadt der Internationalität.“ Er würdigte den Beitrag der islamischen Gemeinden zum gesellschaftlichen Zusammenleben in der Stadt. Lob erhielt Jahnz vom türkischen Generalkonsul Mehmet Günay aus Hannover: „Dass der Oberbürgermeister die Schirmherrschaft übernommen hat, ist ein wichtiges Zeichen für den Dialog der Religionen.“

Vorurteile abbauen

Zafer Ciftci, Sprecher der IGD und zugleich Vorsitzender der Mevlana-Gemeinde, betonte das gute Verhältnis der drei islamischen Gemeinden untereinander und machte sich für den interreligiösen Dialog stark: „Mit offener Kommunikation können wir Vorurteile abbauen.“

Als Iftar-Mahl bezeichnen Muslime das abendliche Fastenbrechen nach Sonnenuntergang im Ramadan. Diese Mahl wird häufig zum Anlass genommen, mit Verwandten, Freunden und Nachbarn zu feiern. In vielen islamischen Gemeinden wird es zumindest einmal während des Ramadans, der in diesem Jahr am 18. Juni begonnen hat und am 17. Juli endet, als größere Veranstaltung gefeiert.