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Iftar-Mahl in Delmenhorst Sassen: Mevlana stützt Parallelgesellschaft

Von Kai Hasse | 20.12.2018, 20:48 Uhr

Die muslimische Mevlana-Gemeinde hat Geld für das Iftar-Mahl zum Ramadan beantragt. Dem Antrag folgten böse Worte. Eva Sassen sagte, die Gemeinde unterstütze die Bildung einer „Parallelgesellschaft“.

Ärger hat es im Stadtrat nach einem Antrag von Murat Kalmis gegeben. Der FDP-Fraktionschef hatte für die muslimische Mevlana-Gemeinde erbeten, dass es für das Iftar-Mahl der Gemeinde nach dem Fasten im Ramadan Geld im Sinne der Stadtteilarbeit geben solle. Das stieß auf Kritik: Die Bildung einer „Parallelgesellschaft“ solle man nicht unterstützen, meinte Ratsfrau Eva Sassen (Freie Wähler/Bürgerforum/Unger).

„Keine freie Entfaltung“

Konkret beantragt waren 3000 Euro für einen Koch und eine Küchenhilfe. Bei dem Iftar-Mahl würden während des muslimischen Fastenmonats täglich etwa 150 Menschen in die Gemeinde kommen, so Kalmis. Dafür brauche man Geld. Eva Sassen lehnte den Zuschuss an die Gemeinde explizit ab, „da sie die Bildung von Parallelgesellschaften unterstützt und sich in ihr weder Frauen, Kinder noch Männer frei entfalten können“.

„Bodenlose Frechheit“

Das stieß auf Empörung: Kalmis beschrieb, wie er als Delmenhorster Muslim bei Veranstaltungen Feuerwache am Weihnachtsbaum gehalten habe – das sei ein Beispiel von Integration. Sassens Kritik sei „eine bodenlose Frechheit“ und weder gerechtfertigt noch zeitgemäß. Bei dem Iftar-Mahl sei jeder eingeladen, gleich welcher Religion. Auch Uwe Dähne (UAD) ging mit der Politikerin ins Gericht: Er kritisierte ihre Aussagen als polemische Unterstellungen. Der Rat segnete den Zuschuss letztlich knapp ab: 20 zu 19 Stimmen.