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IHK-Neujahrsempfang Delmenhorster Betriebe sollen mehr Frauen einstellen

Von Michael Korn | 09.01.2019, 18:56 Uhr

Die Wirtschaft im Oldenburger Land will mehr Frauen durch flexible Arbeitszeitmodelle und mehr Kinderbetreuung in Beschäftigung bringen. Das kündigte IHK-Präsident Gert Stuke am Dienstagabend beim Neujahrsempfang in der Oldenburger Weser-Ems-Halle an.

Die Wirtschaft im Oldenburger Land nimmt verstärkt Frauen für eine Beschäftigungsoffensive in den Blick. Vor knapp 1000 Unternehmern, Politikern und Repräsentanten des öffentlichen Lebens plädierte Gert Stuke, Präsident der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK), beim Neujahrsempfang des Verbandes am Dienstag in der Weser-Ems-Halle dafür, „mehr Frauen in Beschäftigung zu bringen“. Dieser Aufruf dürfte auch die rund 20 Vertreter der Wirtschaft aus Delmenhorst und dem Landkreis Oldenburg mit IHK-Beirats-Chef Stefan Schnier, Wirtschaftförderer Axel Langnau und Oberbürgermeister Axel Jahnz an der Spitze aufhorchen lassen.

Top-Risiko Fachkräftemangel

Denn Stuke brachte eine Strategie für mehr Frauen am Arbeitsplatz direkt in einen Zusammenhang mit dem auch vor Ort ausgeprägten Fachkräftemangel. Dieser bleibe als „Top-Risiko“ für das sich ohnehin abkühlende Wirtschaftswachstum von hoher Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung im Oldenburger Land in diesem Jahr. Zwar seien viele Firmen bereits aktiv und hätten „erfolgreich Maßnahmen zur Mitarbeitergewinnung eingeführt“. Gleichwohl sei es erforderlich, mehr Frauen in Arbeit zu bringen. Stuke: „Dazu muss die Kinderbetreuung noch konsequenter ausgebaut werden. Außerdem brauchen wir dafür noch mehr flexible Arbeitszeitmodelle.“ Die Betriebe seien zwar schon häufig sehr kreativ, dennoch gebe es hier „Luft nach oben“. Auch die Weiterbeschäftigung von Mitarbeitern im Rentenalter sei „ein interessantes Instrument“.

Schnelles Internet fürs Land

Der IHK-Präsident forderte ferner im Beisein der Landesminister Olaf Lies (Umwelt und Bauen, SPD), Reinhold Hilbers (Finanzen, CDU), Birgit Honé (Europa und Region, SPD) und Björn Thümler (Wissenschaft, CDU) dazu auf, den ländlichem Raum im Oldenburger Land stärker ins Blickfeld zu rücken. Er mahnte insbesondere den Ausbau des schnellen Internets an. Außerhalb der Städte gebe es noch „viele weiße Flecken“. Ohne leistungsfähige Breitbandanschlüsse werde es künftig jedoch kaum zu Neuansiedlungen von Betrieben kommen. Bestehende Standorte gerieten unter Druck. Die Digitalisierung müsse auch ländliche Regionen mitnehmen. Stuke: „Schnelles Internet gehört heutzutage zum Hausanschluss wie Strom und Wasser.“

Konjunktur verschlechtert sich

Die wirtschaftliche Lage im Oldenburger Land sei im ausgehenden Jahr 2018 von einer stabilen Binnennachfrage und einem kräftigen Beschäftigungsplus gekennzeichnet. Allerdings hätten sich die Konjunkturaussichten für 2019 „erheblich verschlechtert“.

Hildebrandt für Peters

Lies, der in seinem Gastvortrag den Unternehmen auf allen Ebenen der Infrastruktur Unterstützung in Hannover zusagte, dankte im Anschluss dem scheidenden IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters für dessen zwölfjähriges Engagement zum Wohle von Handel und Gewerbe – und das auch im Interesse Niedersachsens. Die Nachfolge von Peters hat Dr. Thomas Hildebrandt angetreten. Bereichsleiter für Aus- und Weiterbildung ist nun Stefan Bünting.