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IHK-Prüfungsbeste – Immobilienkauffrau Auf Umwegen zum Berufsglück

Von Mareike Bader | 05.09.2017, 12:08 Uhr

Mit der zweiten Lehre konnte Erika Bahrs endlich in ihrem Traumberuf arbeiten. Doch der brachte nicht die Erfüllung. Ihr Glück hat sie dennoch gefunden.

Bereits zum zweiten Mal gehört Erika Bahrs zu den Prüfungsbesten. Denn auch schon ihre erste Lehre zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte hat sie mit Bestnoten abgeschlossen.

Nach zwei Jahren im Beruf entschloss sie sich für eine zweite Ausbildung. „Es war schon immer mein Traum Immobilienkauffrau zu lernen“, sagt die 26-Jährige aus Stuhr. Auch ihr Vater hatte sich vorgestellt, dass sie mal als Immobilienkauffrau sich selbstständig machen könne. Doch glücklich machte sie der vermeintliche Traumberuf nicht.

Bild vom Traumberuf geplatzt

Ein bisschen kannte sie schon die Arbeit, die der Beruf mit sich bringt. Denn Bahrs Familie vermietet privat. „Ich dachte, es wär total spannend“, berichtet Erika Bahrs. Doch im Berufsalltag, bei dem man offen auf die Menschen zugehen muss, merkte sie, dass sie nicht extrovertiert genug dafür ist. „Ich mag es lieber, wenn Menschen auf mich zukommen“, sagt Bahrs.

Trotzdem hat sie mit Bestnoten abgeschlossen. „Die Theorie macht ja Spaß“, erklärt die Stuhrerin. Gleichzeitig konnte sie dank der guten Noten die Ausbildung bei Schomaker Immobilien und Hausverwaltung um ein Jahr verkürzen.

Spaß am Papierkram

Es haperte einfach in der Praxis. „Die Wohnung zeigen und mit den Leuten sprechen kostet immer etwas Überwindung“, gibt Erika Bahrs zu. Dafür bearbeitete sie gern den Papierkram, wenn es um Vermietungen ging. „Etwa Mietverträge schreiben. Aber das ist dann auch wieder Theorie“, erklärt Bahrs. Eben das Geradlinige, das sie schon aus ihrer Zeit als Rechtsanwaltsfachangestellte kannte.

Als Immobilienkauffrau sei das Arbeiten sehr frei, sagt die 26-Jährige. Das sei zwar einerseits schön, doch klare Strukturen seien ihr lieber.

Per Zufall die Wohlfühlstelle gefunden

Der Zufall hat sie quasi zurück in das alte Berufsfeld gebracht. Mit der Berufsschule machte Bahrs einen Ausflug zum Amtsgericht Westerstede. So kam sie auf die Idee, beim Bremer Sozialgericht zu arbeiten. Ihre Initiativbewerbung wurde angenommen. Nun arbeitet sie als Justizbeschäftigte in der Verwaltung.

Dort fühle sie sich absolut wohl, sagt Erika Bahrs. Ihr Arbeitstag beginnt nun zwar früher, dennoch ist sie zufrieden. Ihre Eltern haben sie die ganze Zeit unterstützt: „Dass das jetzt bei Gericht geklappt hat, hat sie gefreut.“ „Es war die richtige Entscheidung“, ist sich Erika Bahrs sicher.