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IHK-Prüfungsbeste - Werkzeugmechaniker Stuhrer wurde in der Lehre zum Einser-Schüler

Von Mareike Bader | 23.08.2017, 21:29 Uhr

Technik und Kartfahren faszinieren Timm Wedel. In der Berufsschule wurde der Prüfungsbeste aus Stuhr „Lexikon“ genannt.

Die Schulbank hat Timm Wedel nicht so gern gedrückt. Bei seiner Ausbildung zum Werkzeugmechaniker bei Sass-Metall in Delmenhorst wurde Wedel dann zum Überflieger. Dank guter Noten durfte er seine Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzen. Und er gehört zu den Prüfungsbesten, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) ausgezeichnet wurden.

„Ich wusste, dass ich etwas mit Technik machen will“, sagt der 21-Jährige. Am Beruf des Werkzeugmechanikers gefiel ihm das genaue Arbeiten. Und so kam der Stuhrer nach Delmenhorst. Denn die Firma Sass-Metall sei eine der wenigen Betriebe, die noch Werkzeugmechaniker ausbilden, erklärt Wedel.

Programmiersprache selbst beigebracht

In den drei Jahren seiner Ausbildung hat Timm Wedel alle grundlegenden Fertigkeiten gelernt, wie Feilen, Drehen oder Fräsen. Aber es ging auch „über den Tellerrand hinaus“, wie er sagt. So hat er gelernt eine computergesteuerte CNC-Fräße zu programmieren.

Und für eine spezielle Drehmaschine hat er sogar sich die dazugehörige Programmiersprache selbst beigebracht, die sonst an keiner der anderen Maschine in der Halle verwendet wird. „Programmieren macht Spaß. Das hab ich auch während der Schulzeit gerne gemacht“, erzählt Wedel. So hatte er etwa eine Handy-App für sich programmiert.

In der Berufsschule hieß er „Lexikon“

Mit der Lehrzeit wurde der Stuhrer zum Einser-Schüler. „Keine Arbeit wurde mit einer Zwei oder schlechter bewertet“, sagt Wedel stolz. Und so hatte er in der Berufsschule den Spitznamen „Lexikon“ weg. „Meine Mitschüler wussten, dass ich ihnen helfen kann“, erklärt er. Mathematisches Verständnis und eine saubere Handschrift seien für den Beruf sehr wichtig, gibt Wedel als Tipp.

Bei der Prüfung musste er ein Stanzwerkzeug bauen. Seine Fertigkeiten nutzte er aber auch für Weihnachtsgeschenke, wie einen kunstvollen Würfel mit Halterung oder einen Tesafilmabroller. Davon hatte er dann gleich 30 Stück angefertigt. „Ich habe das Richtige für mich gefunden“, bestätigt der Stuhrer. Er schätzt die familiäre Stimmung bei Sass-Metall, wo er nach der bestandenen Prüfung einen unbefristeten Vertrag erhalten hat. Der kunstvolle Würfel hat Timm Wedel während seiner Ausbildung gefertigt. Foto: Timm Wedel

Leidenschaftlicher Kartfahrer

Am liebsten fährt er mit dem Fahrrad zur Arbeit. In der Freizeit dreht sich dann alles um Motoren. „Eigentlich seit ich Laufen kann, war ich mit meinem Vater auf der Rennbahn“, erzählt der Kart-Begeisterte. Mit einem Freund hat er zusammen das Rennteam des Vaters übernommen. Für seinen Bruder Norick haben sie ein drittes Kart nachgebaut.

Doch der Rennsport stand dieses Jahr im Hintergrund. Grund war das Verletzungsrisiko. Die vorgezogene Prüfung war dem Werkzeugmechaniker einfach zu wichtig. Zwar könnte er dieses Jahr noch zwei Rennen fahren, dann aber außer Konkurrenz. „Es wird wohl beim freien Training bleiben“, sagt der 21-Jährige.