Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Im Ein-Jahres-Vergleich Zahl der freien Stellen steigt in Delmenhorst stark an

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 03.05.2017, 19:02 Uhr

Das Fehlen von Fachkräften in Delmenhorst macht sich in den neuen Zahlen zum Arbeitsmarkt vom April enorm bemerkbar. Der Frühling treibt dagegen wieder mehr Menschen in Berufe in Außenbereichen.

178 Stellen mehr blieben im April dieses Jahres unbesetzt als im gleichen Monat des Vorjahres. Insgesamt waren 735 Stellen unbesetzt. Besonders betroffen ist die Produktions- und Fertigungsbranche, hohen Bedarf gebe es jedoch in einer Vielzahl von Branchen, erklärte Regina Krumpe, Teamleiterin Arbeitgeberservice bei der Agentur für Arbeit.

„Das zeigt, dass die Wirtschaft stabil ist, weil die Nachfrage groß ist, besonders im Bereich der Fachkräfte.“ Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter stellten am Mittwoch die aktuellen Zahlen vor.

Quote sinkt leicht

Die Zahl der Arbeitslosen ist unterdessen leicht gesunken. 4159 Menschen waren bei Arbeitsagentur und Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das sind 2,2 Prozent weniger als im März und 1,3 Prozent weniger als im Monat April 2016. Zum Frühling ziehe es wieder mehr Menschen in die Berufe, in denen im Außenbereich gearbeitet wird. Daher waren auch weniger Männer arbeitslos.

Auch bei den über 50-Jährigen stieg die Beschäftigungsquote, was laut Geschäftsstellenleiterin Karin Kayser zeigt, dass erfahrene Menschen wieder eingestellt werden. „Die im Winter arbeitslos waren, sind bei ihren bisherigen Arbeitgebern wieder eingestellt worden.“

Die Arbeitslosenquote liegt in der Stadt Delmenhorst bei 10,5 Prozent (April 2016: 10,7 Prozent), nach Wilhelmshaven weiter die zweithöchste Quote im Geschäftsbezirk der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.

„Geflüchtete gut betreut“

Auch im Monat April hätten wieder zahlreiche geflüchtete Menschen auf den Delmenhorster Arbeitsmarkt gedrängt. 440 Geflüchtete sind in Delmenhorst arbeitslos gemeldet und machen einen Anteil von 10,6 Prozent aller Arbeitslosen im Agenturbezirk aus.

Weitere 590 Menschen mit Fluchthintergrund sind nicht arbeitslos gemeldet, sondern werden als arbeitssuchend geführt, weil sie an Integrationskursen oder Qualifizierungsmaßnahmen teilnahmen oder als geringfügig Beschäftigte mit niedriger Stundenzahl zeitgleich eine Stelle suchten. Geschäftsstellenleiterin Karin Kayer wies auf eine gute Betreuung für die Geflüchteten hin. „Jeder ist gut versorgt, die Bildungsträger sind sehr gut aufgestellt“, sagte sie.