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Im Fall des Todespflegers Leiter der Intensivstation Delmenhorst droht Anklage

Von Thomas Breuer | 31.10.2016, 20:05 Uhr

Die Taten des Todespflegers Niels H. werden voraussichtlich auch zu einer Anklage gegen den Leiter der Intensivstation des seinerzeitigen Klinikums Delmenhorst und heutigen Josef-Hospitals sowie gegen seine ehemalige Stellvertreterin führen.

Die Staatsanwaltschaft Oldenburg werde gegen beide Anklage erheben, heißt es in der aktuellen Ausgabe des „Spiegel“. Ursprünglich war sogar gegen fünf Beschäftigte ermittelt worden. Polizei und Staatswaltschaft hatten im Juni in einer Pressekonferenz darüber berichtet, dass den Beschuldigten der strafrechtlich relevante Vorwurf des Totschlags durch Unterlassen gemacht werde. Immer wieder war während des Verfahrens gegen H. die Einschätzung aufgekommen, dass sein Umfeld am Arbeitsplatz früher hätten eingreifen können und müssen.

Keine Anklage gegen Ex-Verwaltungsdirektor

Gegen den Leiter der Intensivstation, der bis heute am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) tätig ist, und seine ehemalige Stellvertreterin reichen die Beweise offenbar für eine Anklage. Gegen einen früheren Verwaltungsdirektor, einen Chefarzt und die Pflegedienstleiterin dagegen laut „Spiegel“ nicht. Auf welche Quellen sich das Magazin beruft, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.

Erster Staatsanwalt Martin Rüppell von der Staatsanwaltschaft Oldenburg sagte auf Nachfrage, die im Bericht genannte Zahl von zwei Anklagen stamme nicht aus seinem Haus und er werde sie auch nicht kommentieren.

Verfahren sollen bis Jahresende abgeschlossen sein

Rüppell verwies auf die im vergangenen Juni genannte Zahl von fünf jetzigen oder ehemaligen Mitarbeitern, gegen die ermittelt werde. Diese könne sich allerdings verändern. Der Fokus werde auf die Aufklärung des Falles Niels H. gelegt, nicht auf die Ermittlungen gegen bestimmte Personen.

Zu der im Juni erfolgten Äußerung, nach der die Verfahren gegen die Mitarbeiter noch in diesem Jahr abgeschlossen sein sollen, sagte Rüppell: „Dieser Zeitplan besteht weiterhin.“