Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Im früheren Fooken-Haus Neue Anlaufstelle für Flüchtlinge in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 10.12.2015, 19:31 Uhr

Flüchtlinge und Flüchtlingshelfer von Wohlfahrtsverbänden und Vereinen sollen sich in einer zentralen Anlaufstelle vernetzen. Die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften in der Kaserne in Adelheide nimmt zunehmend Konturen an.

  •  
  • Die Stadt möchte eine zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge in der Innenstadt schaffen. Dies soll im späten Frühjahr fertiggestellt sein.
  • Erste Flüchtlinge sollen ab Januar in Gebäude der Adelheider Kaserne einziehen.
  • Wegen der Flüchtlingskosten musste der Haushalt angeglichen werden, ein „marginales Problem“, sagte Fachbereichsleiter Rudolf Mattern.

Die Stadt schafft eine Anlaufstelle für Flüchtlinge in der Innenstadt. Die Anmietung eines entsprechenden Gebäudes ist am Mittwoch vom Verwaltungsausschuss beschlossen worden. Die „Anlaufstelle für Flüchtlinge und interkulturelle Angelegenheiten“ soll in dem Gebäude an der Langen Straße 136, direkt an der Ecke zur Mühlenstraße, eingerichtet werden. „Wir möchten die Bauarbeiten so schnell wie möglich umsetzen“, betonte Oberbürgermeister Axel Jahnz. Laut Gebäudeservice-Fachbereichsleiter Andreas Tensfeldt muss das 250 Quadratmeter große Erdgeschoss entkernt werden. Die Kosten trage der Vermieter, die Mietdauer sei auf zehn Jahre festgelegt. Der Bezug soll frühestens im späten Frühjahr 2016 möglich sein.

Zenrale Kontaktstelle für Flüchtlinge, Helfer und Behörden

Die Anlaufstelle ist ein erster Kontakt für die Koordination der Flüchtlingsarbeit, erläuterte der Fachbereichsleiter für Soziales, Rudolf Mattern. Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie und Vereine, die sich in der Flüchtlingshilfe einsetzen, sowie Flüchtlingssozialarbeiter oder die Betreuer von städtischen Flüchtlingsunterkünften wie die Kita Rappelkiste oder das Stadionheim sollen sich konzentriert untereinander und mit den Flüchtlingen vernetzen.

Bis zu 500 Wohneinheiten in Adelheider Kaserne

Unterdessen nehmen die Pläne, zehn Unterkunftsgebäude der Adelheider Kaserne zu Flüchtlingswohnungen umzubauen, deutliche Konturen an: Laut Tensfeldt sollen die Bundeswehrgebäude zum Jahresende der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Die Errichtung einer Zaunanlage, die den Militärbetrieb von den Wohngebäuden teilt, sei ausgeschrieben, soll aber nicht vor Weihnachten begonnen werden. Die ersten Asylbewerber sollen ab Januar einziehen, sagte Jahnz. Unter anderem stünden auch noch Brandschutzarbeiten an, Fragen nach dem Mobiliar und dem Catering seien ebenfalls noch offen. Schritt für Schritt sollen bis zu 500 Wohneinheiten geschaffen werden. Kosten für die Einrichtung der Kaserne konnte Tensfeldt noch nicht abschätzen.

Stadt passt Haushalt wegen Flüchtlingsausgaben an

 (Weiterlesen: Delmenhorst nimmt bis Mitte 2016 1000 weitere Flüchtlinge auf) 

Wegen der Flüchtlingsausgaben der Stadt musste unter anderem der Haushaltsplan für 2016 leicht angeglichen werden. Dies wurde ebenfalls im Verwaltungsausschuss genehmigt. Diese sollen aber laut Jahnz für Delmenhorst durch Landesmittel für kontingentierte Flüchtlinge und Amtshilfeerstattung kostendeckend sein. Allerdings erstatte das Land die Kosten im Zweijahres-Rhythmus. Die Zwischenfinanzierung der Stadt führe zu Defiziten im Haushalt.

Kredite für Stadt nur ein „marginales Problem“

„Nicht zufriedenstellend“ sei dies, so Jahnz. Insgesamt müsse Delmenhorst so Kosten von rund sechs Millionen Euro vorstrecken, schätzte Mattern. Angesichts der aktuellen Zinslage für Kredite sei dies aber ein „marginales Problem“. „Die Banken sind froh, wenn sie ihr Geld loswerden und keine Strafzinsen zahlen müssen.“

Die Zwischenfinanzierung soll laut Jahnz für die Kommunalaufsicht bei der Genehmigung von Haushalten aber keine Rolle spielen. Jahnz: „Die wichtigste Botschaft bleibt: Wir haben keine Zeltunterkünfte.“

Anmietung der Anlaufstelle wie die Haushaltsplanänderung müssen noch beide vom Rat bestätigt werden.