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Im Gespräch mit Rektor Mittag lobt Arbeit an Delmenhorster Berufsschule

Von Merlin Hinkelmann | 13.06.2017, 18:52 Uhr

„Was wir brauchen, sind schlicht und einfach mehr Stellen.“ Ulrich Droste, Schulleiter der BBS II, hat im Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag und Ratsherr Deniz Kurku (beide SPD) auf den akuten Lehrermangel an seiner Schule aufmerksam gemacht.

Wie ist es um die berufliche Bildung in Delmenhorst bestellt? Was läuft gut und was schlecht? Ulrich Droste, Schulleiter der BBS II, hat sich am Dienstag mit der Bundestagsabgeordneten Susanne Mittag und Ratsherr Deniz Kurku (beide SPD) getroffen und über die Situation an seiner Schule diskutiert. Eine der drängendsten Probleme sei derzeit die Lehrerversorgung von unter 88 Prozent. Damit liege die BBS II zwar ungefähr im landesweiten Durchschnitt, so Droste, dennoch sei das zu wenig. „100 Prozent, das ist das Ziel.“ Als Grund für den Mangel nannte Droste unter anderem die Pensionierungswelle. „Alleine in den letzten zwei Jahren haben sich 20 Kollegen in den Ruhestand verabschiedet“, betonte der Schulleiter.

Mangel an originären Berufsschullehrern

Außerdem könne die Schule nur einen Teil der fehlenden Kräfte über Quereinsteiger ausgleichen. Gleichwohl gebe es immer mehr Menschen, die über diesen Weg an die Berufsschulen streben. Um Fachpraxis-Lehrer zu werden, müssen Quereinsteiger einen Meisterbrief und Berufserfahrung vorweisen. „Zusätzlich absolvieren sie eine zweijährige pädagogische Ausbildung“, erklärte Droste. Mit Blick auf den Lehrermangel betonte Ratsherr Deniz Kurku: „Wir dürfen die Berufsschulen nicht stiefmütterlich behandeln, sondern müssen sie auf eine Stufe stellen mit den allgemeinbildenden Schulen.“ Auch, was die Ausstattung der Schulen angehe. Neben der Lehrerversorgung ging Droste noch auf ein weiteres Problem ein: den Sanierungsstau. Ein Anliegen, das Susanne Mittag bekannt ist. Die Entfernung von Asbest, neue Brandschutzbestimmungen, Lärmschutz: „Viele Schulen müssen aktuell die Altlasten der 70er Jahre aufarbeiten“, sagte die SPD-Politikerin.

„Hier wird gute Arbeit geleistet“

In pucto Digitalisierung sei die BBS II „auf dem richtigen Weg“, meinte Droste. Wenngleich es an einigen Stellen Nachholbedarf gebe – wie zum Beispiel im Gebäudeteil G der Schule, der leider nicht am Internet angeschlossen sei. Der Rektor legte im Gespräch ein besonderes Augenmerk auf den Übergang zwischen allgemeinbildender und Berufsschule. Hier sei die BBS II „sehr gut aufgestellt“, was nicht zuletzt an der engen Zusammenarbeit mit dem Delmenhorster Schulamt liege. Die Berufsschule checkt vor Beginn des neuen Schuljahres die Listen mit Schulabgängern in Delmenhorst. Wer sich davon noch nicht bei der Berufsschule angemeldet hat, den schreibt die BBS an. „Im letzten Jahr haben wir 160 Schüler erfasst, 40 von ihnen hatten Beratungstermine bei uns“, berichtete Droste. „Es ist wichtig, dass uns keiner durchrutscht.“ Dieses Vorgehen bezeichneten Mittag und Kurku beide als „vorbildlich“. Dass Schüler der BBS II nicht nur aus Delmenhorst, sondern auch aus dem Raum Oldenburg und Bremen kommen, sei Beweis für die „gute Arbeit, die hier geleistet wird“.