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Pendlerverlust nimmt zu Immer mehr Delmenhorster fahren zur Arbeit nach Bremen

Von Michael Korn | 24.01.2019, 17:45 Uhr

Bremen wird für Delmenhorster Arbeitnehmer immer attraktiver. Erneut ist die Zahl der Auspendler in die Hansestadt gestiegen.

Immer mehr Beschäftigte aus Delmenhorst fahren zur Arbeit nach Bremen. Das geht aus neuesten Pendlerzahlen der Agentur für Arbeit hervor. Während die Hansestadt ihre Vormachtstellung in der Region als Magnet für Arbeitnehmer im Jahresvergleich deutlich stärken konnte, muss Delmenhorst einen weiteren Anstieg des Pendlersaldos verkraften.

Mehr als 17.000 fahren raus

Stichtag für die jüngsten Daten war der 30. Juni 2018. Zu diesem Zeitpunkt sind nach Mitteilung von Pressesprecherin Claudia Zimmermann insgesamt 17.112 Personen aus Delmenhorst in anderen Orten sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Nach Delmenhorst pendelten dagegen zugleich 11.092 Personen zur Arbeit. Ein Jahr zuvor waren es 17.029 beziehungsweise 11.075 Personen. Bremen ist attraktivster Arbeitsmarkt für Delmenhorster – knapp 9000 Menschen verdienen täglich ihr Geld an der Weser. Die Kreise Oldenburg (2600 Auspendler), Diepholz (1500) und die Stadt Oldenburg (800) folgen auf den Plätzen, klnnen aber den Stellenwert von Bremen bei weitem nicht erreichen.

Bremen lockt bis NRW

Ohnehin pendeln immer mehr Beschäftigte zum Arbeiten in den Stadtstaat: Von den 330.400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kamen im vergangenen Jahr allein rund 119.800 Menschen aus Niedersachsen, gefolgt von 3700 Männern und Frauen aus Nordrhein-Westfalen und 3100 Hamburgern. Insgesamt gab es rund 138.200 Einpendler, knapp 42 Prozent aller Beschäftigten in Bremen. Im Vorjahr waren es noch 1800 Personen weniger.

2200 Bremer in Delmenhorst

Die Bremer sind allerdings auch in den Nachbarländern gefragt: Im vergangenen Jahr fuhren rund 52.300 Bremer zur Arbeit über die Landesgrenze –2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Rund 35.400 Personen pendeln nach Niedersachsen (etwa 2200 nach Delmenhorst), 4400 nach Hamburg und 4100 nach Nordrhein-Westfalen.

Niedersachsen profitieren

„Die hohe Einpendlerquote bestätigt das Land Bremen als starken Beschäftigungsstandort“, bilanziert Bärbel Höltzen-Schoh, Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. „Vom weiterhin hohen Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen profitieren nicht nur die Bremer, sondern insbesondere auch die Niedersachsen.“