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Immer mehr Kunden Delmenhorster Tafel fordert finanzielle Hilfe

Von Britta Buntemeyer | 20.07.2015, 20:29 Uhr

Mehr und mehr Kunden, rund zehn Prozent davon Flüchtlinge: Die Delmenhorster Tafel stößt an ihre Grenzen. Die Vorsitzende hofft auf Unterstützung der Stadt, um größere Räume beziehen zu können.

Vor dem Eingang, in den Räumen und den Gängen stapeln sich die Kisten. „Darf ich mal eben durch?“ Dieser Satz ist oft zu hören. Die Delmenhorster Tafel stößt derzeit massiv an ihre Grenzen. In Ganderkesee, Hude und Delmenhorst gibt sie Lebensmittel und Kleidung an 2800 Kunden aus, allein in Delmenhorst sind es über 2200 – Tendenz steigend. Denn mit der zunehmenden Zahl an Flüchtlingen ist auch die Tafel noch mehr als zuvor gefordert.

Flüchtlinge machen etwa zehn Prozent der Kundschaft aus

Nach Angaben der Vorsitzenden Walburga Bähre machen die Flüchtlinge mittlerweile zehn bis zwölf Prozent der Kundschaft aus. Vor allem an lange haltbaren Grundnahrungsmitteln wie Mehl, Zucker, Reis und Nudeln fehle es. Eben jene Dinge, die die Flüchtlinge auch aus ihrer Heimat kennen. Ihre Lebensmittel bekommt die Tafel überwiegend von Supermärkten und Bäckern. Es sind Lebensmittel, die kurz vor Ablauf des Verfallsdatums stehen. Die Sprachbarriere zwischen den Tafel-Mitarbeitern und Flüchtlingen, die etwa aus Syrien, Afghanistan und Albanien kommen, stellt ebenfalls ein Problem dar.

Kühlhaus und Lager unter einem Dach gewünscht

Ausgabe und Lager sind auf etwa 120 Quadratmetern an der Elbinger Straße 8 angesiedelt. Dort ist die Tafel mietfrei in GSG-Wohnungen untergebracht, Nebenkosten trägt sie selbst. Doch sind mindestens 600 Quadratmeter vonnöten; auch um ein großes Lager und Kühlhaus unter einem Dach zu vereinen, damit Fahrten erspart bleiben. Bislang müssen die Mitarbeiter der Tafel Waren in einem Kühlhaus auf der Großen Höhe lagern.

„Viele wollen die Armut nicht sehen“

„Wir wünschen uns Unterstützung von der Stadt“, betont Walburga Bähre, die das Anliegen der Tafel im Mai bereits im Sozialausschuss geschildert hatte. Sprich: ein Wunsch nach finanziellen Zuschüssen, damit die Tafel größere Räumlichkeiten anmieten kann. „Wir tun ja auch etwas für die Stadt“, so Bähre. Die Unterkunft sollte aber in Düsternort bleiben. „Man möchte uns auch nicht überall haben“, sagt die Tafel-Vorsitzende. „Viele Menschen wollen die Armut nicht sehen.“ Der Ausschuss hatte seinerzeit auf die klammen Kassen der Stadt verwiesen.

Wie die Ausschussvorsitzende Antje Beilemann auf Nachfrage erklärt, sollte eine Unterstützung im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt werden. „Ich kann die Not verstehen“, so Beilemann.