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In Brasilien gestrandet Delmenhorster rastet am Flughafen Sao Paulo aus

Von Eyke Swarovsky | 23.03.2017, 18:07 Uhr

Ein 44-jähriger Mann – mutmaßlich aus Delmenhorst – ist am Flughafen in Sao Paulo gestrandet und soll dort mehrfach Frauen angegriffen haben. Das Auswärtige Amt kümmert sich um den Fall.

Ein Mann aus Deutschland - offenbar ein gebürtiger Delmenhorster - soll am Flughafen Sao Paulo in Brasilien mehrfach Frauen attackiert haben. Das berichtet unter anderem der größte lateinamerikanische Fernsehsender in einem ausgestrahlten, knapp fünfminütigen Beitrag. Das Auswärtige Amt hat sich inzwischen in den Fall eingeschaltet. Laut der TV-Anstalt „Globo“ sitzt der Mann seit mehreren Tagen am Flughafen der Metropole fest. Nach seiner legalen Einreise im Dezember habe er kürzlich zurückfliegen wollen, seinen Flug jedoch umbuchen müssen. Das Geld dafür habe er jedoch nicht aufbringen können. In der Folge verhielt sich der 44-Jährige den Darstellungen zufolge im Wartebereich des Airports äußerst aggressiv.

Mindestens sieben Frauen geschlagen

Wie „Globo“ am Mittwoch berichtete und anhand von Videomaterial aus den Überwachungskameras des Flughafens belegt, hat der Mann am Flughafen mindestens sieben Frauen körperlich attackiert. Zu sehen sind zwei Angriffe, bei denen er Frauen offenbar grundlos ins Gesicht schlägt. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigt gegenüber unserer Zeitung, von dem Fall zu wissen sowie über das Konsulat in Kontakt mit dem Betroffenen und den Behörden zu stehen.

In dem Nachrichtenbeitrag wird weiter berichtet, dass der Mann sowohl weibliche Flugpassagiere als auch Personal von Fluggesellschaften geschlagen habe. Zeugen berichten von einem einschüchternden Erscheinungsbild des Mannes. Er sei sehr groß und mehrfach dabei beobachtet worden, wie er Passanten grundlos auf Deutsch und Englisch anpöbelte. Den Rest der Zeit sitze er ruhig auf einer der Wartebänke. In dem Video wird auch ein Personalausweis gezeigt, der dem Mann zugeordnet wird. Als Geburtsort ist Delmenhorst verzeichnet.

Ausweisung nicht ohne Weiteres möglich

Eine direkte Abschiebung ist nach Aussage von Polizeichef Marcelo Ivo de Carvalho gegenüber „Globo“ nicht möglich, da der 44-Jährige auf legalem Weg nach Brasilien eingereist sei. Die Polizei habe ihm die Auflage erteilt, das Land selbstständig binnen acht Tagen zu verlassen. Sollte er dem nicht nachkommen, könne im Anschluss die Abschiebung beantragt werden.

Deutsches Generalkonsulat in Fall involviert

In dem Nachrichtenbeitrag von „Globo“ kommt auch der Flughafendirektor Miguel Dau zu Wort. Er spricht davon, dass das deutsche Generalkonsulat in Sao Paulo eingeschaltet sei, um eine schnelle Lösung herbeizuführen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte dies gegenüber unserer Zeitung: „Das Deutsche Generalkonsulat Sao Paulo steht in engem Kontakt mit dem Betroffenen und den zuständigen brasilianischen Behörden.“