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In Delmenhorst und Ganderkesee Pfarrei St. Marien bietet neuen Service für Gottesdienstbesucher

Von Lennart Bonk | 03.08.2019, 10:16 Uhr

Der Monat August bringt für die Mitglieder der Pfarrei St. Marien Veränderungen mit sich. Die Prediger bei den Sonntagsmessen rücken in den Fokus.

Mit einer Veränderung, die durchaus für Irritationen sorgen kann, geht die Pfarrei St. Marien in den Monat August. Mit dem Monatswechsel hat der Pfarreirat der katholischen Gemeinden in Delmenhorst und Ganderkesee ein Experiment gestartet. „Zukünftig werden in den verschiedenen Ankündigungen der Sonntagsmessen – Aktuelle, Kirchenzeitung, Homepage – auch immer die Prediger und Zelebranten veröffentlicht“, teilt der leitende Pfarrer Guido Wachtel mit. Das geschieht mithilfe von Namenskürzeln in den Gottesdienstplänen.

Große Nachfrage in den Gemeinden

Schon vor mehreren Monaten hätten sich Gemeindemitglieder mit diesem Wunsch an Mitglieder des Pfarreirates oder des Seelsorgeteams gewandt. Auch im Pfarrbüro habe es immer wieder Nachfragen zu den „Dienstplänen“ der Prediger gegeben. Diese Anliegen wurden im Dienstgespräch der Seelsorger und beim Klausurtag des Pfarreirates im Januar ausführlich diskutiert. „Bei dieser Klausur haben die gewählten Gemeindevertreter die verschiedenen Milieus unserer Gemeindemitglieder und der Bevölkerung betrachtet, die häufig jeweils etwas anderes von der Gemeinde und den Gottesdiensten erwarten. Auf diese unterschiedlichen Milieus will der Pfarreirat mit Offenheit eingehen, denn sie zeigen sich heute wesentlich flexibler als in früheren Zeiten“, erklärt der leitende Pfarrer.

Gläubige gezielt ansprechen

Außerdem habe sich gezeigt, dass für viele Katholiken nicht mehr „nur“ die Feier einer Messe am Sonntag wichtig sei, sondern dass auch die Predigt und allgemeine Gottesdienstgestaltung wichtiger geworden sind . „Zudem wurde deutlich, dass das Seelsorgeteam sehr ‚bunt‘ ist, verschiedene Charismen hat und deshalb auch unterschiedliche Gruppen und Milieus besonders ansprechen kann“, erläutert Wachtel. So gibt es bei den Seelsorgern Unterschiede in Herkunft und Ausbildung, Erfahrungen aus Partnerschaft, Ehe und Familie sowie verschiedene spirituelle Traditionen (ignatianisch, karmelitisch, Gemeinschaft Charles de Foucauld), verschiedene Lebensalter und –phasen, von denen sich die Gottesdienstbesucher eher angesprochen fühlen.

Pfarrei bittet um Resonanz

„Schließlich fügt sich dieses Experiment in zwei generelle Vorhaben des Pfarreirates ein, erstens die Öffentlichkeitsarbeit und den Informationsfluss zu verstärken und zweitens die gesamte Pfarrei stärker erlebbar zu machen. So kann die Veröffentlichung der Namen von Predigern und Zelebranten dazu führen, dass manche Gemeindemitglieder verstärkt die verschiedenen Gottesdienstorte der Pfarrei wahrnehmen und wechselweise aufsuchen“, sagt Pfarrer Wachtel. Er und der Pfarreirat seien sich bewusst, dass dieses Thema bei einigen Gläubigen zu Irritationen führen kann. Er verweist auf das Motto der vergangenen Pfarreiratswahl „Jetzt staubt´s“ und betont, dass viele Veränderungen anstehen und die Kirche im Umbruch sei.

Eine Auswertung des Experimentes nimmt die Pfarrei St. Marien um Ostern 2020 vor. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, ihre Eindrücke und Rückmeldungen zu der Veränderung den Mitgliedern des Pfarreirates mitzuteilen.