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Industriemuseum Delmenhorst Ausstellung richtet Blick auf Frauen in der Geschichte

Von Marie Busse | 18.04.2018, 11:18 Uhr

Mit dem Projekt „Frauenorte Niedersachsen – Über tausend Jahre Frauengeschichte“ würdigt der Landesfrauenrat seit 2008 Frauenpersönlichkeiten, die außerordentliches Engagement gezeigt und Niedersachsen geprägt haben. Die Wanderausstellung eröffnete am Dienstagabend, 17. April, im Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur in Im September wird die Stadt selbst zum „Frauenort“.

„Wir wollen mit der Ausstellung keine Lücken in der Geschichte füllen, sondern einen anderen Blick eröffnen“, sagt Gabriele Beckmann vom Landesfrauenrat Niedersachsen. Mit Initiative „Frauenorte“ wendet sich der Landesfrauenrat seit 2008 dem kulturellen Erbe zu, das das Leben von Frauen in der Geschichte des Bundeslandes hinterlassen hat. „Wir wollen Frauengeschichte ins kollektive Gedächtnis bringen“, betont Beckmann. Die Wanderausstellung „Frauenorte“ sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Erinnerung an 30 Frauen

Sie erinnert an 30 niedersächsische Frauen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Thematisch gegliedert in vier Schwerpunkte – Eroberinnen des politischen Terrains, Pionierinnen in Bildung und Beruf, Schöpferinnen von Kunst und Kultur und Akteurinnen zwischen den Konfessionen – beleuchtet die Wanderausstellung auf Plakaten die Biografien der Frauen. „Wir dokumentieren Frauengeschichte von etwa 100 Jahren. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf dem 18. bis zum 20. Jahrhundert“, sagt Beckmann. Dazu gehören unter anderem die erste deutsche Frauenärztin Hermine Heusler-Edenhuizen aus Pewsum und die Vorkämpferin des Frauenwahlrechts Anita Augspurg aus Verden. Beckmann betont: „Alle Frauen sind heute Vorbilder.“

Delmenhorst wird Frauenort

2014 startete die Ausstellung im Landtag in Hannover und ist seitdem in der Regel für vier Wochen an einem Ort. Die Idee selbst kommt aus Sachsen-Anhalt, die im Jahr 2000 ein gleichnamiges Projekt starteten. Von Jahr zu Jahr kommen in Niedersachsen mehr „Frauenorte“ hinzu. Im September dieses Jahres wird Delmenhorst „Frauenort“ und erweitert die Liste der 30 „Frauenorte“. Aushängeschild ist Ruth Müller. „Sie ist die erste ungelernte Arbeiterin in der Ausstellung und steht für den Industriestandort Delmenhorst“, sagt Maike Tönjes. Sie erforscht gemeinsam mit Gerda Hartmann das Leben der Arbeiterin, die für Frauenrechte einstand.