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Information über Zwangsarbeit Projekt bringt Jüdische Gemeinde und Schüler zusammen

Von Katja Butschbach, Katja Butschbach | 17.02.2016, 21:11 Uhr

In einem Projekt informieren sich Schüler und Jüdische Gemeinde gemeinsam über Zwangsarbeit und Widerstand im Dritten Reich. Der interreligiöse Dialog soll gefördert werden.

In einem Projekt informieren sich Schüler und Jüdische Gemeinde gemeinsam über Zwangsarbeit und Widerstand im Dritten Reich. Der interreligiöse Dialog soll dabei gefördert werden. „Durch das Projekt haben wir einen Einblick bekommen, wie schlimm es damals war“, sagt Nadia Kanaan. Die 15-jährige Schülerin der Realschule an der Lilienstraße ist Teil des Projekts, das der Freundes- und Förderkreis der Jüdischen Gemeinde initiiert hat: Die Schüler sehen laut Dr. Norbert Boese, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Jüdischen Gemeinde, „dass wir alle in dieser Stadt zusammenleben können“.

Bundesprogramm „Demokratie leben“ unterstützt Projekt

Das Bundesprogramm „Demokratie leben“ unterstützt das Projekt, in das auch Zehntklässler aus drei Klassen der IGS eingebunden sind. Wie Boese betonte, hat ein Bericht über Schüler, die sich über Zwangsarbeit auf der Nordwolle informierten, das Projekt ins Rollen gebracht, an dem nun 38 Schüler beteiligt sind.

Bunker Valentin in Farge besucht

Es gab bereits mehrere Treffen, den Abschluss bildet am Montag ein Besuch des Theaterstücks „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer im Kleinen Haus. Zuvor referierten Neuntklässler der Realschule mithilfe der IGS bereits im vergangenen Jahr in der Jüdischen Gemeinde über Zwangsarbeit auf der Nordwolle. Ein Besuch beim Bunker Valentin in Farge mit 60 Teilnehmern verdeutlichte nochmals das Grauen des Nationalsozialismus: Hier mussten laut Boese jeden Tag 10000 bis 12000 Zwangsarbeiter und Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme Zwangsarbeit leisten.

Am Dienstag bereiteten sich Schüler und Gemeinde auf den Theaterabend vor. Boese und seine Ehefrau Erika Boese informierten über den Schriftsteller und das Stück. Im Anschluss gab es Kuchen und Getränke im Jüdischen Gemeindezentrum: Es sei ein Zusammentreffen von Alt und Jung, der Beginn eines Austauschs zwischen jüdischer Gemeinde und Schülern – in ungezwungener Normalität, so Boese. Auch sollten die Zuwanderer aus den ex-sowjetischen Ländern integriert werden – ein Großteil der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst stammt aus diesen Ländern.

Projekt ist ein Erfolg

Der Förderverein sorgt laut Pedro Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, dafür, dass auch junge Leute mitgenommen werden. Inhaltlich sei das Projekt genau das Richtige. Auch Lehrer Manfred Lübbers von der Realschule sieht das Projekt als Erfolg. Zu einem der Zeitzeugen hätten die Schüler eine emotionale Bindung aufgebaut. Rudolf Schewe hatte als Kind Schicksale von Zwangsarbeitern auf der Nordwolle miterlebt und davon berichtet.