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Initiative aus der Belegschaft Ethik-Komitee am Josef-Hospital Delmenhorst gegründet

Von Marco Julius | 12.11.2018, 09:55 Uhr

Ein berufsgruppenübergreifendes Beratungsgremium für schwierige, moralisch kontroverse Entscheidungen in Grenzbereichen der Medizin: Am Josef-Hospital Delmenhorst hat sich jetzt ein Ethik-Komitee gegründet.

Am Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) hat sich jetzt ein Klinisches Ethik-Komitee (KEK) gegründet. Dabei handelt es sich um eine unabhängige, berufsgruppenübergreifende Beratungseinrichtung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patientinnen und Patienten und deren Angehörige.

„Bestrebungen, solch ein Komitee einzurichten, wie an vielen Kliniken bereits geschehen, gibt es bereits seit 2016“, berichtet Bianka Klein, pflegerische Leiterin der Palliativstation und des palliativmedizinischen Dienstes, die den Vorsitz des Komitees übernommen hat. Bei JHD-Geschäftsführer Florian Friedel ist die Idee dann auf offene Ohren gestoßen. „Ich bin der Meinung, dass ein solches Komitee zu jeder Klinik gehört“, sagt Friedel.

Beraten und moderieren

Zu den Aufgaben des Ethik-Komitees gehört vor allem die Beratung. Die Mitglieder werden aber auch moderierend tätig. Verantwortung, Selbstbestimmungsrecht, Vertrauen, Respekt, Rücksicht und Mitgefühl sind dabei wichtige Stichworte.

Das Ethik-Komitee kann zum Beispiel zu Rate gezogen werden, wenn es um das Für und Wider künstlicher Ernährung oder medizinische Eingriffe wie Transplantationen geht. Immer dann, wenn es Unklarheiten bezüglich der weiteren Behandlung gibt, kann das Komitee helfen. „Auch wenn der Patientenwille nicht klar formuliert ist, kann das Komitee Impulse geben, richtige Entscheidungen zu treffen“, sagt Friedel. Zudem werde die Frage, welche Sterbekultur gepflegt werden soll, im Komitee erörtert. „Wir wollen Standards für den ethischen Umgang mit wiederkehrenden klinischen Problemsituationen erarbeiten“, sagt Dr. Matthias Viemann, Chefarzt der Kinderklinik, und stellvertretender Vorsitzender des Ethik-Komitees.

Breit aufgstellt

16 Mitglieder hat das Komitee. „Wir haben bewusst auch Mitarbeiter aufgenommen, die nicht aus dem medizinischen Bereich kommen, um eine möglichst breite Sicht auf die Fragestellungen zu bekommen“, sagt Bianka Klein. Die Mitglieder kommen aus der Ärzteschaft, der Pflege, der Seelsorge, der Physiotherapie und der Verwaltung. Auch Patientenfürsprecher sind dabei.

Das Interesse innerhalb der Belegschaft sei groß, berichtet Friedel. Auch deshalb sei das Komitee mit 16 Mitgliedern recht stark. „Die notwendigen Kenntnisse sind vielfach schon vorhanden gewesen, weitere Schulungen und Fortbildungen sind noch geplant“, sagt der Geschäftsführer.

Offiziell gegründet hat sich das Komitee Ende September. „Jetzt sind wir noch in der Phase, wo wir unser Angebot bekannt machen müssen“, sagt Bianka Klein.