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Initiative für Flüchtlinge Bündnis startet Aktion „Willkommen in Delmenhorst“

Von Marco Julius | 28.08.2015, 16:01 Uhr

Das Breite Bündnis gegen Rechts will die Hilfe für Flüchtlinge bündeln. Für die Aktion „Willkommen in Delmenhorst“ werden jetzt möglichst viele ehrenamtliche Unterstützer gesucht.

„Willkommen in Delmenhorst“ heißt die Initiative, die das „Breite Bündnis gegen Rechts – Delmenhorst bleibt bunt“ jetzt startet und ab kommenden Montag mit Hilfe der Kaufmannschaft Delmenhorst bewirbt. Hartmut Nordbruch vom Sprecherrat des Bündnisses sagt: „Die Flüchtlinge, die nach Delmenhorst kommen, haben es nicht verdient, dass sie Ablehnung oder Ausgrenzung erfahren. Sie sind Menschen wie wir – und wir stellen uns klar gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Wir wollen Flüchtlinge, die zu uns kommen, freundlich willkommen heißen.“ Beim Willkommen soll es aber nicht bleiben. Ab Montag liegen in 40 bis 50 inhabergeführten Geschäften der Stadt Flyer und Unterschriftenlisten aus. Wer sich ehrenamtlich für eine bessere Willkommenskultur einsetzen will, kann sich in den Listen eintragen. Arbeitsfelder seien unter anderem Versorgung/Verpflegung, Sprachvermittlung, Freizeitgestaltung und die Übernahme von Patenschaften.

Treffen in der Markthalle.

Alle Freiwilligen werden anschließend am 14. Oktober ab 17 Uhr zu einem Treffen in der Markthalle eingeladen. Für Christian Wüstner, Sprecher der City-Kaufleute, war es keine Frage, dass sich die Kaufmannschaft engagieren soll. „Das Bündnis ist an uns herangetreten. Wir unterstützen den Aufruf und wollen mit unserem Beitrag ein Zeichen setzen“, sagt er. Man habe sich gefragt, ob das überhaupt die Aufgabe der Kaufmannschaft sei, sagt Wüstner. „Das ist sowohl eine Bürgeraufgabe, als auch unsere“, gibt er die Antwort selbst.

Positive Kraft der Mitte nutzen

Flagge zeigen, politisch, moralisch, im echten Sinne human und multikulturell, das wolle man, sagt auch Dr. Christian Glaß, ebenfalls Mitglied im Sprecherrat des Bündnisses gegen Rechts. „Wir wollen die positiven Kräfte der Mitte nutzen und diese Mitte nicht den Rechten überlassen“, macht er deutlich. Wichtiges Ziel der Initiative „Willkommen in Delmenhorst“ sei dabei, das Engagement für die Menschen, die fremd in diese Stadt kommen, zu bündeln, um effektiv zu sein. „Parallel herumzuwurschteln und Doppelstrukturen zu schaffen“ sei angesichts der großen und anhaltenden Herausforderung nicht gefragt. Nordbruch fasst es so zusammen: „Wir wollen aus vielen Kochstellen eine machen.“ Dabei sei man in engem Kontakt mit der Stadt, aber auch mit den Wohlfahrtsverbänden.

Anregung kommt aus Wildeshausen

Anregungen hat sich das Bündnis in Wildeshausen geholt, aber auch die Entwicklung der Hilfe in Ganderkesee habe man beobachtet. Glaß äußert durchaus auch Kritik an der Arbeit der Stadtverwaltung. Flüchtlinge seien nach der Unterbringung oft auf sich allein gestellt „Die Stadt muss man manchmal treten, aber wir werden an einem Strang ziehen“, gibt er sich zuversichtlich. Es gehe auch darum, Verwaltung und Politik nicht allein zu lassen.

Ab November, so kündigt Glaß an, wolle man die Stadt schon beim Empfang der Flüchtlinge unterstützen, etwa mit den Integrationslotsen, die oft die Sprache der Ankommenden sprechen. Zudem wolle man bei der Erstunterbringung helfen. „Das muss und kann gemeinsam mit der Stadt anders organisiert werden.“

Weitere Informationen gibt Hartmut Nordbruch unter der Telefonnummer (04221) 71797.