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Initiative für östliche City SPD Delmenhorst will neues Parkdeck am Vorwerk

Von Thomas Breuer | 10.03.2017, 08:27 Uhr

Die Diskussion um zusätzliche Parkplätze auf der Fläche „Am Vorwerk“ nimmt Fahrt auf.

Nachdem der Vorschlag von Hertie-Investor Werner Uhde (Deutsche Immobilien Holding), dort aufzustocken, schon seit Monaten im Raum steht, trägt die SPD das Thema jetzt in die politischen Gremien.

Es geht nicht um mehrere Etagen

Der SPD-Ortsverein Deichhorst-Stadtmitte hat nach den Worten seines Vorsitzenden, Ratsherr Thore Wintermann, die entsprechende Initiative ergriffen und einstimmig einen parteiinternen Antrag formuliert, der am kommenden Montag auch Thema in der Stadtratsfraktion der Sozialdemokraten sein soll. Darin spricht sich der Ortsverein dafür aus, „am Vorwerk ein Parkdeck zu bauen“. Ausdrücklich betont Wintermann, dass es nicht um ein Parkhaus mit mehreren Etagen gehen soll. „Vielmehr soll in Leichtbaukonstruktion ein Parkdeck installiert werden, das sich in die jetzige Bebauung und den Baumbestand weitestgehend einfügt“, schreibt er in einer Mitteilung. Es solle dazu beitragen, die Parksituation in der östlichen Innenstadt deutlich zu verbessern.

Architekt mit einem Entwurf beauftragt

Für das Parkdeck spricht sich laut Wintermann nicht nur der Ortsverein, sondern „die Delmenhorster SPD“ aus.

Uhde zeigte sich von dem SPD-Vorstoß am Donnerstag „angenehm überrascht“. Nach eigenen Worten hat er inzwischen selbst einen Architekten beauftragt, einen Entwurf für ein Parkdeck „in einer für die Umwelt verträglichen Form zu erarbeiten“, das eine Verdopplung der Parkfläche zum Ziel hat.

Überdies gibt es zum Thema auch neue konzeptionelle Überlegungen für die Hertie-Immobilie. „Wir werden nun das gesamte Untergeschoss als Parkfläche planen“, sagte Uhde. Statt der ursprünglich geplanten 30 Stellflächen sollen es nun 60 werden. Diese sollen allerdings nur Mietern und Beschäftigten in den künftigen Läden und Büros im Haus zur Verfügung stehen. Sie würden dann nicht im Umfeld der Immobilie parken müssen.

Neue Parkplätze als „ein Segen“ für die City

Aus der Kaufmannschaft kommt Beifall für den Vorstoß der SPD. Christian Wüstner, als Sprecher der City-Kaufleute mit seinem Geschäft „GameGround“ selbst im östlichen Teil der Fußgängerzone angesiedelt, sagte, zusätzliche Parkplätze wären „ein Segen“. Den Gegnern einer Ausweitung der Kapazität von gegenwärtig 55 Stellplätzen am Vorwerk wirft er vor, diese würden bewusst nicht das Gespräch über ein Parkdeck führen, sondern immer von einem Parkhaus sprechen.

Bernd Oetken (Koopje) hält neue Parkmöglichkeiten im östlichen Teil der City für „unabdingbar“ und sagt: „Eine zusätzliche Ebene ist für alle Anwohner verkraftbar, da muss man auch den Nutzen abwägen.“

Kritik kommt von einer Buchhändlerin

„Ich würde das begrüßen“, legt sich Bernd Engels (Schuhhaus Gerdes) fest. „So ein Parkdeck könnte in zwei bis drei Jahren begrünt sein und sich gut einfügen.“

Sabine Jünemann von der gleichnamigen Buchhandlung positioniert sich nicht so eindeutig. Zusätzliche Parkplätze wünsche sie sich sehr wohl, möchte diese aber am liebsten dort realisiert wissen, wo das alte Hertie-Parkhaus stand. „Herr Uhde sollte das Parkdeck auf dem Grund bauen, den er schon besitzt. Dies wäre auch für eine mögliche neue Wohnbebauung an der selben Stelle attraktiv. Uhde selbst will dort aufgrund der beengten Verhältnisse keine neuen Parkangebote schaffen.

Bürgerinitiative bleibt bei ihrem Standpunkt

Die bestehende „Bürgerinitiative gegen ein Parkhaus am Vorwerk“ lehnt ein neues Parkdeck oder Parkhaus nach wie vor komplett ab. Sprecherin Elke Glöckner sagte, sie gehe davon aus, dass sich die Parteien an ihre entsprechenden, vor der Kommunalwahl gemachten Aussagen halten. Ansonsten könne sie sehr gut verstehen, „wenn immer mehr Leute die AfD wählen“.

Glöckner befürchtet, dass Uhde am Vorwerk vor allem Parkraum für die von ihm gewünschte Wohnbebauung an der Stelle des Hertie-Parkhauses schaffen möchte.