Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Insolvente Firma übernommen JOWO Systemtechnik aus Delmenhorst greift in Bremen zu

Von Thomas Breuer | 29.06.2015, 22:24 Uhr

Der Spezialist für elektrische Steckverbinder legt im Jahr seines 20-jährigen Bestehens zu. JOWO kann damit künftig auch in einem anderen Marktsegment angreifen.

Die im Delmenhorster Gewerbegebiet Lange Wand ansässige Firma JOWO Systemtechnik expandiert nach Bremen. Der Spezialist für elektrische Steckverbinder, die extremen Beanspruchungen standhalten müssen, übernimmt zum 1. Juli 2015 das dortige Unternehmen HR Sandmeier an der Neidenburger Straße. Damit wächst JOWO, wo bislang mit 43 Beschäftigten ein Umsatz von zehn Millionen Euro erwirtschaftet wird, um acht Mitarbeiter. Diese werden weiterhin in Bremen tätig sein und künftig über die Firmensparte JOWO Sondertechnik geführt.

Kontakt über die Wirtschaftsförderung

HR Sandmeier hatte im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden müssen, Ende Oktober war das Verfahren eröffnet und der Bremer Rechtsanwalt Berend Böhme als Insolvenzverwalter eingesetzt worden. Über Axel Langnau, den Geschäftsführer der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft, kam der Kontakt zu JOWO-Chef Johann Woltermann zustande. Er kann seine Produktpalette nun erweitern.

Jetzt bei Kabelbäumen im Geschäft

„Wir können jetzt im Bereich der Kabelbäume angreifen, die unter Preisdruck stehen“, sagt Woltermann. Möglich macht dies die im Gegensatz zur Fertigung in Delmenhorst weitgehend automatisierte Produktion. Anfragen hinsichtlich dieser Kabelkonfektion habe er auch schon oft gehabt, so der Unternehmer, diese jedoch unter den Bedingungen der in Delmenhorst gegebenen hohen Spezialisierung nur preislich nicht konkurrenzfähig anbieten können. Das soll sich mit dem Zukauf schnell ändern.

JOWO verkauft international

JOWO bewege sich bislang ausschließlich in „recht speziellen Märkten mit speziellen Bedingungen“, sagt Elektromeister Woltermann, der vor 20 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Die gefertigten Steckverbindungen kommen international zum Einsatz, zum Beispiel in Südkorea, Portugal, Spanien und Israel. Auch die Geschäftsbeziehungen in die USA sind weiter im Aufbau. Viele Produkte gehen in den Militärbereich.

Woltermann ist zuversichtlich, mit HR Sandmeier einen guten Griff getan zu haben. Gegenüber dem Gang in die Insolvenz hat die Firma jetzt fünf Mitarbeiter weniger.