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Intensivstation wird entlastet Josef-Hospital Delmenhorst schafft Telemetrie-Anlage an

Von Marco Julius | 21.11.2018, 20:42 Uhr

Telemetrie ermöglicht die drahtlose Übertragung von EKG-Signalen. Wie das System funktioniert, erklärt der Medizintechniker Jörg Poggensee.

Mit einer Neuerung erweitert das Josef-Hospital Delmenhorst jetzt sein medizinisches Angebot. Zehn sogenannte Telemetrie-Betten auf der Station 40, einer interdisziplinär geführten Station der Inneren Medizin, sind eingerichtet worden. Damit könne die Intensivstation entlastet werden, sagt JHD-Geschäftsführer Florian Friedel. Denn die sei mitunter so stark belegt, dass keine weiteren Notfälle mehr aufgenommen werden könnten.

Daten über W-Lan übermittelt

Da kommt die Telemetrie ins Spiel. Patienten, die zwar rund um die Uhr medizinisch überwacht werden müssen, etwa nach Operationen oder schon bei der Aufnahme mit unklaren Herzproblemen, die sich aber noch frei bewegen können, können mit der neu angeschafften Technik auf Station 40 versorgt und lückenlos überprüft werden. Jörg Poggensee, Medizintechniker im JHD, erklärt die Funktionsweise: „Die Patienten werden verkabelt. So werden EKG- und Sauerstoffsättigungsdaten gemessen. Über ein medizinisches W-Lan-System ist eine kleine Apparatur, die der Patient in der Tasche tragen kann, verbunden mit der Zentrale und mit Handys von Diensthabenden.“

Nicht ans Bett gebunden

Vorteil: Der Patient ist nicht ans Bett gebunden, kann sich auf der Station frei bewegen – und belegt keinen Platz auf der Intensivstation, den er in der Vollausstattung gar nicht benötigt. Ein Rund-um-die Uhr-EKG gibt in Echtzeitüberwachung Aufschlüsse über den Zustand des Patienten und für die weitere Behandlung. Meldet das Gerät einen Notfall, schlägt es umgehend Alarm. Etwa bei gefährlichen Herzrhythmusstörungen, die mit der Technik frühzeitig erkannt werden. „Dann bimmelt es in der Zentrale. Wenn die nicht besetzt ist, geht das Notrufsignal direkt auf Handys, auf denen eine App installiert ist. Dann wissen die diensthabenden Mitarbeiter sofort, was Sache ist“, sagt Poggensee. „Verteiltes Alarmsystem“ heißt das in der Fachsprache. Es garantiert, dass so schnell wie möglich Hilfe da ist, ohne das Mitarbeiter permanent vor einem Bildschirm sitzen müssen. Poggensee bringt es auf den Punkt: „Es bimmelt so lang, bis Hilfe da ist. Und die kommt schnell. Das zertifizierte System ist verlässlich. Das muss auch so sein. Die Patientensicherheit wird bei uns großgeschrieben.“ Für den betroffenen Patienten sei die Telemetrie meist angenehmer als ein Aufenthalt auf der Intensivstation.

80.000 Euro investiert

Bis zu zehn Patienten können per Telemetrie gleichzeitig überwacht werden. Rund 80.000 Euro hat das Krankenhaus in die Ausstattung investiert. „Die Technik ist ausgefeilt und kostet entsprechend“, sagt Poggensee.