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Internationales Programm Schmelztiegel der Kulturen beim Jazzfest Delmenhorst

Von Marco Julius | 29.10.2016, 12:22 Uhr

Das 27. Jazzfest Delmenhorst feiert eine neue Internationalität. Ein Konzert für Schüler zeigt, wie Jazz die gesamte populäre Musik des 20. Jahrhunderts geprägt hat.

Das Programm für das 27. Jazzfest Delmenhorst steht. Es soll Bezug nehmen zur Gegenwart, kündigen Annett Becker-Edert (künstlerische Leitung) und Ann-Katrin Meyer (Leitung Kulturbüro) an. „Im Jahr 2016 hat es für uns alle sichtbare Veränderungen gegeben. Aufgrund von Zuwanderung ist das Straßenbild bunter geworden, es gibt eine neue Internationalität. Jazz war und ist schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen“, betonen sie. „Nachdem die afrikanische Kultur erst mit der nordamerikanischen zusammengetroffen ist, haben sich nach und nach Einflüsse aus allen Nationen ergeben, in denen sich innovative Musiker für Jazz begeistern“, sagt Becker-Edert. Das zeige sich auch im Programm 2016.

Internationale Künstler

Die eingeladenen Musiker stammen aus unterschiedlichsten Ländern. Die israelische, in den USA lebende Flötistin Hadar Noiberg kommt mit einer orientalischen Note, der deutsche Schlagzeuger Dejan Terzic (Melanoia) hat bosnischen Wurzeln. Nils Wogram, ein deutscher Wahlschweizer spielt zusammen mit Bojan Z., einem serbischen Wahlfranzosen, bei den Gipsy Diamonds spielen Sinti und Deutsche zusammen. „Und auch der deutsche Jazz hat sich zu einem neuen Selbstbewusstsein weiterentwickelt, was vom wiederum international besetzten Tingvall Trio eindrucksvoll gezeigt wird“, betont Becker-Edert.

Doppelkonzerte am Abend

Das Jazzfest beginnt am Freitag, 25. November, um 19.30 Uhr im Kleinen Haus mit dem Hadar Noiberg Trio, das „gut hörbaren Jazz, der grooven kann und der zu gleich Bilder vermittelt“, verspricht. Danach steigt das Quartett Melanoia um Dejan Terzic auf die Bühne.

Am Samstag, 26. November, 19.30 Uhr, geht es weiter mit Bojan Z. (Pianist) & Nils Wolgram (Posaune), die anlässlich des Festivals Jazzdor Straßburg Berlin 2012 erstmals gemeinsam auf der Bühne standen. Im Anschluss tritt das Tingvall Trio auf, das in den vergangenen zehn Jahren für eine beispiellose Erfolgsgeschichte im deutschen Jazz steht. Starke Melodien, famoses Ensemblespiel, keine Scheu vor der Nähe zur populären Musik, verspricht die Ankündigung.

Schülerkonzert im Kleinen Haus

Zum 27. Jazzfest gehört zudem ein moderiertes Schülerkonzert am Freitag, 25. November, 11.30 Uhr. Unter dem Titel „Jazz hautnah“ spielen sich Jörg Seidel, Joe Dinkelbach und Christian Schönefeldt durch die unterschieldichen Stilistiken dieser Musikgattung: Blues, Dixieland, Swing, Bebop, Cool Jazz und Free sind einige der Stationen, an denen das Trio Halt macht. Und wenn am Ende Soul und Pop erklingen, soll Schülern klar werden, wie sehr der Jazz die gesamte populäre Musik des 20. Jahrhunderts geprägt hat.

Frühschoppen in der Markthalle

Am Samstag, 10. Dezember, 11 Uhr, steht dann quasi zum Abschluss des Festes bei freiem Eintritt der Jazzfrühschoppen in der Markthalle an. Mit dabei sind dann die Gipsy Diamonds, ein Bremerhavener Sinti-Swing-Ensemble.

Tageskarten für das Jazzfest kosten im Kulturbüro 25 (ermäßigt 18) Euro, die Festivalkarte 40 (ermäßigt 30) Euro. Der Eintritt zum Schülerkonzert beträgt fünf Euro. Im Vorverkauf gibt es zwei Euro Rabatt.