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Interview zur Aufräumaktion Stadt Delmenhorst will bei Kindern Lernprozess einleiten

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 16.03.2016, 12:09 Uhr

Monika Grenzdörfer, Organisatorin von „Delmenhorst putzt sich heraus“, kann die Kritik, Kinder an der Aufräumaktion teilnehmen zu lassen, nicht verstehen. Im dk-Interview erklärt sie, die Stadt wolle die Kinder lediglich für ein gesundes Umweltbewusstsein sensibilisieren.

Nach der städtischen Aufräumaktion „Delmenhorst putzt sich heraus“ wird in Elternkreisen und im Rat darüber diskutiert, ob Kinder die richtigen Teilnehmer der Aktion sind, oder ob sie dazu gedrängt werden, den Müll anderer Menschen zu entsorgen. Im Drei-Fragen-Interview nimmt Monika Grenzdörfer, städtische Mitarbeiterin und Organisatorin der Aktion, Stellung. (Weiterlesen: 400 Freiwillige befreien Stadt von Müllbergen) 

 dk: Frau Grenzdörfer, ist die Kritik berechtigt? Werden Kinder in Delmenhorst dazu benutzt, um den Abfall von anderen Bürgern zu beseitigen? 

Monika Grenzdörfer: Nein. Ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. Erstens wird von uns niemand gezwungen, sich an der Aktion zu beteiligen. Zweitens ist es eine rein pädagogische Maßnahme. Wir wollen Kinder frühzeitig für ein gesundes Umweltbewusstsein sensibilisieren. Mit der Aktion werden Kinder auf einen respektvollen Umgang mit der Umwelt hingewiesen. (Weiterlesen: Delmenhorst putzt sich seit heute wieder heraus) 

 Worin bestehen die Vorteile, Kinder in der Aufräumaktion mit einzubeziehen? 

Unser Ziel ist es, bei den teilnehmenden Kindern einen Lernprozess einzuleiten. Indem sie sich aktiv mit der Umwelt auseinandersetzen, entwickeln sie früh ein Verständnis für die Thematik. Im Idealfall können so sogar Erwachsene von Kindern lernen.

 Wie gehen Sie damit um, dass Kinder während der Aktion mit nicht kindgerechten Gegenständen wie Kondomen oder Spritzen in Berührung kommen können? 

Dieser Gefahr sind wir uns bewusst. Kinder werden deshalb mit Absicht nur in bestimmten Gebieten eingesetzt. Wir schauen uns die Einsatzorte genau an und besuchen die Gruppen auch während der Einsätze, um für die Zukunft ungeeignete Orte ausfindig zu machen.